Kinderschutz wird in den Fokus gerückt

Von: fjs/kin
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Im Einsatz für Jugendschutz in der kirchlichen Jugendarbeit: Peter Plum, Regionaldekan Hans Doncks, Elke Androsch und Magdalena Breitkopf (v.l.) Foto: Fred Schröder

Düren. „Kinderschutz und Prävention sind dominierend in der Ausbildung und Tätigkeit Ehrenamtlicher in der Jugendarbeit. Denn wer hinsieht, der schützt.“ Magdalena Breitkopf und Elke Androsch, die Jugendbeauftragten des Bistums Aachen für die Region Düren, wollen mit einem neuen Kurskonzept mehr noch als bisher den Kinder- und Jugendschutz in den Vordergrund rücken.

Im Rahmen des 2010 verabschiedeten „Bundeskinderschutzgesetzes“ müssen alle Ehrenamtler, die mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten, ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Freiwillige, die im Bistum Aachen in kirchlichen Einrichtungen aktiv sind, müssen zudem noch an einem sechsstündigen Präventionskurs teilnehmen. „Das bis Ende Oktober vorzulegende polizeiliche Führungszeugnis alleine reicht nicht“, ist Peter Plum vom Fachbereich Kirchliche Jugendarbeit im Büro der Regionaldekane Düren/Eifel überzeugt. Und Regionaldekan Hans Doncks unterstreicht: „Für Kinder wollen wir alles aufbieten, was wir können.“

Auch die Kirche habe Schuld auf sich geladen, sagt der Regionaldekan in Anspielung auf die Missbrauchsfälle. „Aber wir wollen einen Weg heraus finden.“ Deshalb gebe es die Präventionsordnung, gültig für alle, die in der kirchlichen Jugendarbeit tätig sind.

„Als großer katholischer Träger in der Kinder- und Jugendarbeit stehen wir vor der Herausforderung, mehr als bisher Kinder und Jugendliche vor Missbrauch zu schützen“, betont Magdalena Breitkopf. Mehr als 300 ehrenamtliche Mitarbeiter in den Pfarren haben bereits an den kostenfreien sechsstündigen Präventionskursen teilgenommen.

Aha-Effekt

„Das Verständnis der Mitarbeiter ist sichtbar und hörbar geworden“, hat Elke Androsch festgestellt. „Auch bei den hauptamtlichen Kräften hat sich der Aha-Effekt eingestellt.“ Nach anfänglicher Skepsis, sagen die Jugendbeauftragten, wachse das Verständnis für Ursachen und Anzeichen der Kindeswohlgefährdung. Letztlich bedeuteten die Kurse auch einen Schutz für die Ehrenamtler. Weil sie lernten, wie sie sensibel und richtig mit dem schwierigen Thema Kindesmissbrauch umgehen. Dort setzen auch die Inhalte der Fortbildungskurse an.

Basis- und Rechtswissen, entwicklungspsychologische Grundlagen sowie rechtliche Bestimmungen spielen ebenso eine Rolle wie Reflexion und Sensibilisierung. Infos zur Reflexion des eigenen Verhaltens und die Sensibilisierung für Gefährdungsmomente und -strukturen sowie Präventionsmaßnahmen und Intervention bei Vermutungsfällen runden das Programm ab.

„Unsere Mitarbeiter wissen, dass sie nicht alleine stehen“, betont Peter Plum, der auf die enge Verzahnung mit dem Präventionsnetzwerk „Vorfahrt Kinderschutz“ hinweist.

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