Birkesdorf - Kinderklinik des Birkesdorfer Marien-Hospitals erweitert Angebot

Kinderklinik des Birkesdorfer Marien-Hospitals erweitert Angebot

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Oberarzt Stefan Grothe demonst
Oberarzt Stefan Grothe demonstriert, wie mit Hilfe der neuen Geräte Erkrankungen des Muskelsystems diagnostiziert werden können.

Birkesdorf. Auch, wenn es auf den ersten Blick vielleicht schmerzhaft klingen mag, eine Nadel in den Muskel oder die Nervenbahnen zu führen, ist es wohl doch - zumindest aus der Sicht eines Erwachsenen - nur ein kleiner Picks.

„Es kommt natürlich auch immer darauf an, wie man den Kindern die Untersuchung erklärt und wie man sie mit einbezieht”, erklärte der Oberarzt des Sozialpädiatrischen Zentrums im St.-Marien-Hospital, Stefan Grothe, bei der Vorstellung neuer Geräte zur Erkennung von muskulären Erbkrankheiten oder entzündlichen Krankheiten bei Kindern. Nur drei Impulse müssten gemessen werden, und schon sei man der Diagnose ein gutes Stück näher.

Zwei Jahre Geld gesammelt

Zwei Jahre lang hat der Förderverein der Kinderklinik, des Sozialpädiatrischen Zentrums und der Kinder- und Jugendpsychiatrie am St.-Marien-Hospital Geld gesammelt. Und das Klinikpersonal ist nun stolz auf die neuen Räumlichkeiten und Geräte der Neuropädiatrie. Dieses Fachgebiet beschäftigt sich mit den Nervenkrankheiten von Kindern.

„Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Möglichkeiten der Elektroenzephalographie, also zur Ableitung von Hirnströmen, können jetzt auch mit für Kinder spezifischen Geräten, Messungen der Nervenleitgeschwindigkeit und der Muskelströme durchgeführt werden”, erklärte der Oberarzt weiter.

Das neue Spezialgerät, das die computergestützte Elektromyographie (EMG) ermöglicht, diene vor allem der sicheren Erkennung der Muskeldystrophie des Typs Duchenne. Diese, eine der häufigsten muskulären Erbkrankheiten bei Kleinkindern, betrifft nur Jungs (von 3000 Neugeboren ist eines betroffen) und endet meist im jungen Erwachsenenalter tödlich.

Bis vor Kurzem war die Kinderklinik noch auf auswärtige Untersuchungsstellen, denen solch ein Gerät zur Verfügung steht, angewiesen. „Es gibt leider noch keine Heilungschancen. Aber jetzt können wir den Eltern der kleinen Patienten auch vor Ort Gewissheit geben”, sagte Grothe.

Auch in anderen Fällen einsetzbar

Aber nicht nur bei solch schwerwiegenden Krankheiten gibt das Spezialgerät Gewissheit. Einen Zeckenbiss bei einem Vierjährigen mit dauernden Schmerzen und die psychischen Störungen bei einem jungen Mädchen, das plötzlich nicht mehr laufen konnte, haben die Ärzte mit Hilfe des neuen Geräts bereits diagnostizieren können.

80.000 Euro haben zum größten Teil der Förderverein und teilweise die CTW als Träger des Birkesdorfer St.-Marien-Hospitals für diese Zwecke aufgebracht, und der Klinik so diesen Fortschritt ermöglicht. „Aufgrund der fachlichen Weiterbildung unseres Chefarztes Dirk Mundt und unseres Oberarztes Stefan Grothe hat sich das Leistungsspektrum der Klinik damit wesentlich erweitert”, freute der Chefarzt der Birkesdorfer Kinderklinik, Karl-Josef Eßer.

Modernste Kommunikationstechnik sorge außerdem dafür, dass eine Vernetzung mit den übrigen Bereichen des Kinderzentrums erfolgen kann. „Der kleine kranke Mensch steht bei uns stets im Vordergrund”, versicherte Eßer.
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