Kindergartentage: DLRG warnt vor Gefahren im und am Wasser

Von: Jörg Abels
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Franz-Josef Breuer (DLRG)
Will die Kleinen schon im Kindergarten über die Gefahren rund ums Wasser aufklären: Franz-Josef Breuer (DLRG).

Niederzier/Kreis Düren. Die Zahl ist besorgniserregend. Am Ende der Grundschule können 35 Prozent aller Schüler nach Erkenntnissen der DLRG nicht oder nicht sicher schwimmen. Das heißt, sie verfügen nicht über das bronzene Schwimmabzeichen, das aus Sicht der DLRG die Mindestanforderung für einen sicheren Schwimmer ist.

Dabei ist die Gefahr für Kinder besonders groß, betont Franz-Josef Breuer, Leiter der DLRG-Ortsgruppe Niederzier. Sie können in jeder Art von Wasser, selbst im seichtesten, ertrinken, in einer Regentonne genauso wie in einem flachen Teich, in einem Bach, in der Badewanne und im Swimmingpool im heimischen Garten.

Die Gründe für die mangelnde Schwimmfähigkeit sind aus Sicht Breuers vielschichtig. Der Schwimmunterricht komme in der Grundschule oft zu kurz, weiß Breuer, weil Lehrschwimmbecken wie zuletzt das in Hambach geschlossen werden und die Kinder immer öfter mit dem Bus zum Schwimmunterricht fahren müssen. „An- und Abfahrt, Aus- und Anziehen – da bleiben von einer Doppelstunde schnell mal nur noch 30 bis 40 Minuten übrig“, betont Breuer.

Viel zu wenig Zeit für eine Lehrperson, sich mit den unterschiedlich gut ausgeprägten oder eben nicht ausgeprägten Schwimmfähigkeiten von 20 bis 25 Kindern zu beschäftigen. Im Zuge der Schließung des Hambacher Lehrschwimmbeckens hat Breuer aber noch eine weitere Erfahrung machen müssen. „Viele Eltern sind nicht bereit, ihre Kinder zehn bis 15 Kilometer zu Schwimmkursen zu fahren“, betont Breuer. Seit das Bad in Hambach geschlossen ist, hat die DLRG-Ortsgruppe Niederzier ein Drittel weniger Kursteilnehmer in der so wichtigen Wassergewöhnung und auch in den Schwimmkursen für Kinder.

Weil Wasser aber nun einmal besonders auf Kinder eine große Anziehungskraft ausübt, könne man nicht früh genug anfangen, vor den Gefahren zu warnen. Seit Jahren setzt die DLRG daher bereits in den Kindergärten an. Beim sogenannten „Kindergartentag“ werden die Kleinsten spielerisch mit den Gefahren rund ums Wasser vertraut gemacht.

In einer Bewegungsgeschichte erleben die Kinder den Tag eines Rettungsschwimmers und den Umgang mit den Rettungsgeräten, erklärt Franz-Josef Breuer. Baderegeln werden gesungen und gemalt. Zu guter Letzt steht ein Puppentheater mit einer spannenden Geschichte rund um das Badevergnügen auf dem Programm. Breuer hofft, dass sich möglichst viele Kindergärten aus dem Kreis Düren an dem Projekt beteiligen. „Schließlich wollen wir mit dieser Präventionsmaßnahme der steigenden Zahl an Ertrinkungsfällen kreisweit entgegenwirken.“

Los gehen soll es nach den Osterferien. Die DLRG selbst will sich mit ihren jugendlichen Mitgliedern beteiligen, hofft aber, dass sich auch möglichst viele Kindergärtnerinnen und Eltern/Großeltern an der Durchführung beteiligen. Zur Vorbereitung findet am 15. und 16. März im Bürgerhaus in Niederzier ein Lehrgang statt, bei dem Breuer und seine DLRG-Kollegen die Inhalte des „Kindergartentages“ vermitteln wollen. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen nimmt die DLRG Niederzier im Internet unter www.dlrg-niederzier.de (Stichwort: Seminare) und unter Telefon 0176/56374289. entgegen.

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