Kinder sind von Lola hingerissen

Von: Christoph Hahn
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Seine Figuren erwecken nicht weniger Sympathie als er selbst: Stefan Becker begeisterte im Dürener Kulturzentrum Komm kleine und große Kinder mit seiner Geschichte vom Schweinchen „Lola”. Foto: Hahn

Düren. Wenn´s nach den kleinen Zuschauern geht, dann kann Stefan Becker ruhig bald wieder ins Kulturzentrum Komm kommen. Denn der Schau- und Puppenspieler aus Kassel bietet Kindertheater vom Feinsten, bei dem die Kleinen ganz und gar nicht unter Niveau bespaßt werden.

Dass dem so ist, hat der sympathische Nordhesse seinem Autor zu verdanken: „Lola, das kleine Schweinchen, das den Sonnenuntergang sehen wollte” hat ihm seine Tochter Marie-Josephine - heute 16 - vor vier Jahren zu seinem Geburtstag geschrieben.

Nach drei Vorstellungen in dem Dürener Kulturzentrum lässt sich sagen: Das Stück (seine Autorin wieder inzwischen mit diversen Preisen ausgezeichnet) verzauberte Junge und Alte immer noch. Das liegt nicht nur daran, dass Verfasserin Marie-Josephine Damaschke-Becker ihrem Publikum eine Geschichte anbietet, die zum Reinkuscheln liebenswürdig ist.

Der Erfolg von „Lola” liegt sicher mit darin begründet, dass Stefan Becker - alles Andere als ein alter Mann und doch schon mit dem Hessischen Staatspreis für sein Lebenswerk geehrt - diese Schweine-Geschichte so vielschichtig erzählt. In seinem runden hölzernen Aufbau, dessen Rückwand zugleich einen Freiraum für Schattenspiele aufweist, bedient der Akteur nicht nur seine Puppen.

Er erzählt, singt, summt, gestikuliert und tut noch mehr - nicht überladen oder dick aufgetragen, sondern punktgenau dosiert, sparsam und doch verspielt wie die gesamte Szenerie. Eine Botschaft gibt es schon, aber nicht in plakativem Sinne. „Lola” ist im Grunde ein Mutmacher-Stück, das - wie die Schweine entdecken, dass der Sonnenuntergang doch keine Erfindung des dicken Metzgers ist - Lust darauf macht, die Welt kennen zu lernen.

Dass Theater-Macher Becker bei seinen Puppen und ihrem Ambiente auf jedweden Ausstattungsschnickschnack verzichtet, bekommt dieser Gastspiel-Inszenierung ganz ausgezeichnet. Die hellen Mienen der kleinen und größeren Kinder im Saal des KOMM sprachen in dieser Hinsicht eine eindeutige Sprache - kein Zweifel.
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