Düren - Kinder kritisieren Schultoiletten

Kinder kritisieren Schultoiletten

Von: Christina Handschuhmacher
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Auf Augenhöhe mit den Erwachs
Auf Augenhöhe mit den Erwachsenen aus Politik und Verwaltung: Im Dürener Rathaus sagten die Grundschüler ganz klar, was sich an ihren Schule ändern soll. Foto: Handschuhmacher

Düren. In den Ecken stapeln sich bunte Schulranzen. Kinderstimmen hallen durch den großen Sitzungssaal des Dürener Rathauses und das bevorzugte Getränk des Tages ist Limonade, die lautstark durch Strohhalme geschlürft wird: Im Rathaus tagt das Kinderparlament.

Zum letzten Mal vor der Sanierung findet eine Sitzung für die Kleinen im großen Sitzungssaal statt. „Das ist also auch für das Kinderparlament eine historische Stunde”, sagt Bürgermeister Paul Larue, der dem Kinderparlament vorsitzt.

Zweimal pro Jahr erobern Dritt- und Viertklässler das Dürener Rathaus und sagen dem Bürgermeister und Vertretern aus Verwaltung und Politik, was ihnen am Herzen liegt.

Leon Dirking von der Katholischen Grundschule Niederau macht heute den Anfang und spricht selbstbewusst ins Mikrofon: „Wir wünschen uns, dass die Toiletten saniert werden. Die stehen da schon seit 25 Jahren.” „Wahrscheinlich stehen die da noch länger”, mutmaßt Larue. „Ich bin selbst dort zur Schule gegangen und das sind noch immer dieselben Toiletten wie damals.”

Das Thema Toilettensanierung ist an diesem Nachmittag wohl das Brennpunkt-Thema im Kinderparlament. Nahezu alle der sieben teilnehmenden Grundschulen kritisieren den derzeitigen Zustand ihrer Sanitäranlagen. „Der Stadtrat hat Ende März beschlossen, dass wir in den nächsten fünf Jahren jeweils eine Millionen Euro pro Jahr für die Toilettensanierung zur Verfügung stellen”, sagt Larue und bittet die Kinder noch um ein bisschen Geduld. Und Hans-Willi Schroeder vom Amt für Gebäudemanagement verspricht: „Dass die neuen Toiletten kindergerecht sind, hat bei unserer Sanierungsplanung oberste Priorität.”

Ob sanierungsbedürftige Toiletten, Duschen mit kaltem Wasser im Schulschwimmbad oder der Wunsch nach einem neuen Klettergerüst oder einem Zebrastreifen - auf kleinen Zetteln haben sich die 26 Grundschüler ihre Anliegen notiert und tragen sie vor. Und Sabine Wagner, Leiterin des Spielpädagogischen Dienstes der Stadt, schreibt ganz genau mit. Zur Sicherheit zeichnet noch ein Kassettenrekorder die Sitzung auf, damit auch keine Frage verloren geht.

Zwischendurch halten die Kinder ihre gelben Löwen-Karten hoch. Dann, wenn sie sich in die Diskussion einschalten wollen oder Lösungsvorschläge haben. So hat Marie Leisten von der Gemeinschaftsgrundschule Merken eine Idee, wie die Südschule die Gefahrenstellen auf dem Schulhof verbessern kann: „Bei uns passen auch an den Spielgeräten Lehrer in den Pausen auf.”

Wagner lobt: „Das ist eine gute Idee.” Man merkt, dass ihr die Anliegen der Kinder wirklich wichtig sind. Und: „Natürlich gibts in jedem Fall später eine Rückmeldung. Nur so ergibt das Parlament einen Sinn”, sagt sie.
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