Kinder gestalten ihre eigene Abenteurwelt

Von: Heike Eisenmenger
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Kleine „Handwerker” in Aktion: Sich auszuprobieren, das ist die Basis der dreiwöchigen Ferienspiele auf dem Abenteuerspielplatz in Düren, die am Wochenende mit einem Fest endeten. Foto: Heike Eisenmenger

Düren. So wird das nix - das ist Josy klar. Beim Sägen rutscht der Achtjährigen immer wieder das Holzbrett weg. Das Kind unterbricht seine Arbeit, kramt in der Werkzeugkiste und ein wissendes Lächeln huscht über sein Gesicht, als es eine Klemme hervorholt. Mit Hilfe der Fixierung hält das Brett nun bombenfest - und Josy sägt mit Eifer weiter.

Die kleine Josy ist eines von rund 30 Kindern, die jeden Tag bei den Ferienspielen auf dem Abenteuerspielplatz an der Heinrich-Dauer-Straße mitmachen.

Das Besondere an den Ferienspielen, die am Samstag mit einem fröhlichen Fest ausklangen, ist nicht nur das unkonventionelle Konzept, sondern auch der Umstand, dass die Teilnahme kostenlos ist.

Drei Wochen lang gestalten sich die Kinder ihre eigene Abenteuerwelt: Sie zimmern Holzhütten, bauen eine Rohrwasserleitung, spielen Theater und betätigen sich auch auf künstlerischer Ebene. Die erwachsenen Betreuer geben zwar Hilfestellung, aber generell halten sie sich eher im Hintergrund.

„Es ist toll zu beobachten, wie die Größeren den Kleineren helfen. Es ist wie eine kleine Demokratie: Jeder kann offen seine Meinung sagen, und es werden gemeinsam Dinge entschieden”, sagt Sabine Wagner vom Leitungsteam.

Dazu gehört auch, dass die Kinder lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Das fängt im Kleinen an, so ist beispielsweise jedes Kind für sein Werkzeug verantwortlich.

Vor allem aber dürfen die Kinder nach Herzenslust Dinge ausprobieren - das fördert das Selbstbewusstsein.

Josy etwa kann es gar nicht abwarten, den Besuch durch ihre Holzhütte zu führen. „Ich bin gerade dabei, ein Regal für unsere Holzhaus zu bauen. Das macht total viel Spaß, wenn man selbst etwas bauen darf”, plappert die Achtjährige munter drauf los.

Während der drei Wochen entsteht so auch die poppige Gallionsfigur, die der Blickfang des Piratenschiffes auf dem Abenteuersplatz ist. Unter der Anleitung der Künstlerin Sarah Schiffer formen und bemalen die Kinder die Gallionsfigur, mit der sie fortan „die sieben Weltmeere” bereisen werden.

Möglich gemacht hat das Kunstprojekt im Rahmen der Ferienspiele die Bürgerstiftung Düren, die für die Finanzierung aufkommt, erzählt die Sozialarbeiterin Sabine Wagner.

Der Einzugsbereich des Abenteuerspielplatzes ist groß: „Unsere Kinder kommen aus dem ganzen Kreis Düren”, sagt die Sozialarbeiterin. Der 14-jährige Mike etwa nimmt eine Stunde Anreise in Kauf: „Ich bin so froh, dass es die Ferienspiele auf dem Abenteuerspielplatz gibt. Sonst würde ich mich in den Ferien nur langweilen”, versichert der Jugendliche.

Mike gehört zur „Stammmannschaft” und wächst langsam in die Betreuerrolle.

Er wird den jüngeren Kindern fortan Tipps geben, ihnen zeigen, wie man ein Brett fixiert, damit es beim Sägen nicht wegrutscht oder wie man einen Nagel ins Holz treibt.
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