Kinder drehen ihren eigenen Comic

Von: Beate Weiler-Pranter
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Kreative Filmemacher: Auf Burg Hengebach haben die Kinder einen Comic gedreht. Foto: Beate Weiler-Pranter

Heimbach. Die Aufforderung „Ab in die Kiste!“ stimmt Kinder meist sehr missmutig. Auf Burg Hengebach lösten diese vier Worte jedoch große Begeisterung aus, denn unter diesem Titel realisierten Kinder zwischen zehn und vierzehn Jahren mit Kamerafrau Bernhardine Schippers einen abenteuerreichen Zeichentrickfilm.

Hannah, Katharina, Mika, Philipp und Simon hatten sich zu dem fünftägigen Ferienkurs angemeldet und erprobten sich als Drehbuchautoren, Bühnenbildner, Requisiteure, Kameraleute und Cutter. Die jungen Filmemacher entwickelten zunächst eine reale Rahmenhandlung für ihren Comic-Strip. Nacheinander klettern sie in einen großen, roten Umzugskarton, der sich als Eingang zu einer Phantasiewelt entpuppt, in der sie als gezeichnete Comic-Figuren viele Abenteuer bestehen müssen.

Auf dem Weg in die irreale Welt verwandeln sich die fünf Kinder in ihr gezeichnetes „Alter ego“ – so wird Mika zum geflügelten Schmetterlingsmenschen, Philipp meistert als grünhäutiger Exot seine Abenteuer oder Hannah verwandelt sich in ein zartes, schwarzäugiges Elfenwesen.

Gefilmt wurde in der „Stop-Motion-Technik“, dabei wird die handelnde Figur Stück für Stück vor dem Hintergrund bewegt und jede Veränderung mit jeweils einer Einzelaufnahme festgehalten. Werden die zahlreichen Einzelbilder dann hintereinander abgespielt, entsteht – wie beim Daumenkino – ein Bewegungsablauf. „Zuhause habe das früher schon einmal mit meinen Playmobil-Männchen ausprobiert, aber hier, mit einer richtigen Kamera macht das viel mehr Spaß“, erzählt der zehnjährige Mika.

Als Kulisse und Spielort für die ausgeschnittenen Papier-Figuren bastelten die Jugendlichen einen Rundhorizont aus Plexiglas. Auf diesen gebogenen Hintergrund klebten sie eine glühend gelbe Sonne, aus der die Silhouetten von zwei Palmen herausgeschnitten und mit leuchtendem Transparentpapier hinterlegt sind. Von hinten mit einem starken Scheinwerfer angestrahlt, entstand für die Kamera so eine bizarre Wüstenlandschaft, deren Boden mit Sand und Steinchen ausgelegt wurde.

Experimentierfreudig

Die fünftägige Produktion forderte von der Film-Crew viel Geduld: Um in einer Flugszene den Flügelschlag von Katharinas Biene aufzunehmen, musste der vierzehnjährige Kameramann Simon 24 Mal auf den Auslöser drücken. Und damit Hannahs Elfenwesen einmal verwundert mit den Augen rollt, waren 15 Einzelbilder notwenig. Per Strichliste hielt die elfjährige Katharina jeden „Shot“ genau fest, damit für den anschließenden Schnitt genügend Material gedreht wurde.

Wie Profis haben die Filmer auch an Spezial-Effekte gedacht: In der Szene, in der die gezeichneten Filmhelden in die Phantasiewelt fallen, sollte es gehörig stauben. „Deshalb haben sie eine große Portion Asche mitgebracht und experimentiert“, schilderte Bernhardine die Kreativität der Kinder. Besonders stolz ist das Filmteam auf eine gelungene Action-Szene, in der einer der fünf Freunde vor einer roten Würgeschlange gerettet werden muss.

Ihren Comic-Strip wollen die Jungfilmer 2014 zum 10. Trickfilm-Festival NRW einreichen. „Wenn der Streifen beim lokalen Festival in Düsseldorf erfolgreich ist, kommt er in die Endausscheidung im Bottroper Moviepark“, erklärte Schippers. Bis dahin können Hannah, Katharina, Mika, Philipp und Simon sich ihren Film mit Familie und Freunden anschauen, denn jeder erhielt zum Abschied eine eigene, gebrannte DVD von „Ab in die Kiste!“.

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