Kinder besuchen das Krankenhaus: „Verletzte” finden sich immer

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Besuch beim Koch: Die DrittklÀ
Besuch beim Koch: Die Drittklässler der Merkener Grundschule werden die Führung durchs Dürener Krankenhaus sicherlich nicht so schnell vergessen.

Düren. „Der Fuß ist gebrochen”, diagnostiziert Frau Dr. Annika. Die Chirurgie-Expertin, im Hauptberuf Drittklässlerin an der Grundschule in Merken, hat zumindest teilweise Recht. Den Bruch hat sie auf dem Röntgenbild in der Notaufnahme des Dürener Krankenhauses perfekt erkannt. Allerdings ist der Fuß in Wahrheit ein Unterarm.

Und der muss jetzt fachmännisch eingegipst werden. Eine kleine „Patientin”, die ihren zum Glück gesunden Arm dafür hergibt, ist genauso schnell gefunden wie eine „Krankenschwester”, die den Gips perfekt anbringt. Annika und ihre Klassenkameraden sind mit Feuereifer bei der Sache. Drei Stunden lang werden sie von Rosi Dorn, die ansonsten im Krankenhaus fürs Qualitätsmanagement zuständig ist, durch die Klinik an der Roonstraße geführt. Drei Stunden, die sie sicherlich so schnell nicht vergessen werden.

An zwei Donnerstagen im Monat darf das Dürener Krankenhaus kleine Gäste begrüßen. Gruppen aus Kindergärten und Grundschulen bietet die Klinik kindgerechte Führungen an. Oberstes Ziel ist es dabei, den Kleinen Ängste zu nehmen und sie für den Fall, dass sie als Patienten einmal wiederkommen, mit vielen Abläufen im Krankenhaus vertraut zu machen. Für die kleinen Besucher ist die Führung natürlich in erster Linie ein spannendes Erlebnis.

Und an vielen Stellen auch ein lustiges. Zum Beispiel, wenn der Koch aus der Küche lachend mit seinem Riesenlöffel droht. „Die Dimensionen im Krankenhaus sind viel größer als ihr das von zu Hause kennt”, sagt Rosi Dorn nicht nur angesichts der Mega-Töpfe in der Küche, sondern beispielsweise auch beim Blick in die Wäsche- oder in die Vorratskammer. „Das sieht ja aus wie ein Supermarkt”, staunt auch Lehrerin Irmgard Stegat. Für große Augen bei den Kindern sorgen auch die Spülstraße und der Blick auf die riesigen Medikamentenvorräte.

Imaginäre Platzwunde

Einer der Höhepunkte der Krankenhausführung ist natürlich der Besuch beim Notarzt. Da dürfen die Kinder in den Rettungswagen steigen und sich erzählen lassen, wie so eine Einsatzfahrt verlaufen kann. Natürlich ist auch dort ein freiwillig „Verletzter” schnell gefunden. Die imaginäre Platzwunde am Kopf wird fachgerecht versorgt, und fortan läuft der junge Mann munter mit Turban zu den weiteren Stationen der Führung.

Die Kinderführungen durch das Dürener Krankenhaus gehen auf eine Idee von Erzieherin Anne Schiffer zurück, die den kleinen Gästen zunächst nur die Kinderstation vorstellte. Rosi Dorn und Dr. Detlef Struck haben das Konzept später erweitert. Ein chirurgischer Teil kam hinzu, der die Frage „Was erwartet Kinder in einer Notfallsituation?” beantwortet und den Weg vom Rettungswagen in die Klinik nachzeichnet. Ein weiterer Schwerpunkt der Führungen ist der pädiatrische, internistische Part. Dabei werden Untersuchungsmethoden wie der Ultraschall vorgestellt. Und natürlich können die Kinder wie in der Notfallambulanz selber aktiv werden und beispielsweise eine gründliche Ohrinspektion vornehmen.

Bei so viel Information und Selbermachen darf ein Zwischenstopp im Café Santé des Krankenhauses natürlich nicht fehlen. Dort gibt es leckeren Kakao und etwas zum Naschen als Stärkung, bevor es auf die Kinderstation geht. Auch bei diesem Programmpunkt der Kinderführung durchs Krankenhaus Düren geht es wieder darum, Vertrauen zu schaffen und Ängste zu nehmen.

An den Führungen können Gruppen mit bis zu 15 Kindern aus Kindergärten und Grundschulen des Kreises Düren teilnehmen. Sie finden nach Absprache an zwei Donnerstagen im Monat statt und dauern von 9 bis 12 Uhr. Interessenten können sich an Rosi Dorn (Tel. 02421/301456) wenden.
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