KG „Holzpoeze Jonge“ richtet Deutsche Meisterschaft aus

Von: Stephan Johnen
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Keine Kleinigkeit: Die „Holzpoeze Jonge“ richten vom 14. bis 15. März die Deutsche Meisterschaft in der Lanxess-Arena Köln aus. Foto: Bürk-Sprafke
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Robert Baumgarten (links) und Dirk Wildschütz freuen sich die Deutsche Meisterschaft in Köln . Foto: Stephan Johnen

Düren/Köln. Wohin mit den erwarteten 14.000 Zuschauern? Diese Frage stand bei den „Holzpoeze Jonge“ ganz oben auf der Liste. Die KG hat schließlich vor fünf Jahren vom Bund Deutscher Karneval (BDK) den Zuschlag erhalten, um am 14. und 15. März 2015 die 44. Deutsche Meisterschaft im karnevalistischen Tanzsport auszurichten.

Die Wahl des Veranstaltungsortes fiel auf die Lanxess-Arena in Köln. Redakteur Stephan Johnen hat mit Geschäftsführer Dirk Wildschütz und dem Ehrenvorsitzenden Robert Baumgarten über das wohl größte Projekt der KG und die Vorbereitungen gesprochen.

Wie fühlt es sich an, als Dürener KG die 44. Deutsche Meisterschaft in der Lanxess-Arena auszurichten?

Baumgarten: Das ist ein Ritterschlag für uns. Aber es ist auch harte Arbeit, das war uns allen von Anfang an klar.

Wie viele Mitglieder hat die KG, auf deren Schultern die Arbeit verteilt wird?

Wildschütz: Wir haben 180 Mitglieder, von denen 40 in Köln im Einsatz sein werden. Wir bekommen aber auch viel Unterstützung. Baumgarten: Es ist eine schöne Erfahrung, Hilfe von anderen Freunden des Tanzsports aus den Karnevalsgesellschaften zu erfahren. Wir werden mit 120 Ehrenamtlichen das Turnier begleiten: Von der Einlasskontrolle bis hin zur Begleitung aller Teilnehmer.

Wie ist ihre KG überhaupt zu der Ehre gekommen?

Baumgarten: Es war ein Wunsch des BDK-Präsidenten, einmal eine Deutsche Meisterschaft in Köln auszurichten.

Eine Stadt, die eigentlich eine ziemlich gute karnevalistische Infrastruktur haben sollte...

Baumgarten: Ja klar! Aber die Kölner tanzen sehr traditionell, das gehört zum Kölner Karneval. Der karnevalistische Tanzsport hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Hochleistungssport entwickelt, der viele Elemente anderer Sportarten wie Akrobatik aufgenommen hat. Auf diesem Feld sind die Kölner, die ihre eigenen Traditionen pflegen, nicht so aktiv wie andere.

Sie haben also etwas, das Köln nicht hat?

Baumgarten: Wie alt sind Sie?

Jahrgang 81.

Baumgarten: Dann können Sie es nicht wissen, aber wir haben bereits die erste Deutsche Meisterschaft ausgerichtet. 1972 war das, in der Dürener Stadthalle. Allerdings war damals alles etwas kleiner dimensioniert als heute. Unser erstes Tanzturnier haben wir übrigens 1959 ausgerichtet. Als Turnierveranstalter haben wir also fünf Jahrzehnte Erfahrung. Köln ist wie Düren – nur mal zehn.

So einfach ist das?

Baumgarten (lacht): Nun ja, ein bisschen kommt noch hinzu.

Über welche Dimensionen reden wir eigentlich?

Wildschütz: Wir rechnen mit 4500 bis 5000 Zuschauern am Samstag und mit 8500 bis 9000 Zuschauern am Sonntag, Tendenz steigend. Pro Tag erwarten wir etwa 850 bis 900 Teilnehmer, die auf der Bühne stehen werden.

Was kommt finanziell auf Sie zu?

Baumgarten: Wir hatten am Anfang schon ein wenig Angst, schließlich gehen wir als Ausrichter ein Risiko ein. Die Veranstaltung wird etwa 300 000 Euro kosten.

Konnten Sie Sponsoren gewinnen?

Wildschütz: Leider nein. Dürener machen etwas in Köln. Da ist es in beiden Städten nicht so einfach, Sponsoren zu finden. Wir schultern das alles aus eigener Kraft.

Können Sie noch ruhig schlafen?

Baumgarten: Mittlerweile wieder sehr gut. Unser Mitglied Achim Freimuth hat ein eigenes Kartenreservierungsprogramm geschrieben. Jeder Sitzplatz musste dafür erfasst werden. Mit Beginn der Vorjahresmeisterschaft startete der Vorverkauf. Mittlerweile sind wir über den Berg, haben sehr viele Karten verkauft. Das beruhigt ungemein.

Erfreut sich der karnevalistische Tanzsport so großer Beliebtheit?

Wildschütz: Wir haben den Ehrgeiz, die beste Meisterschaft auszurichten, die es bisher gab. Das soll nicht überheblich klingen, aber wir sind mit vollem Einsatz und viel Herzblut dabei. Ob wir mit unseren Vorstellungen richtig lagen, werden die Reaktionen des Publikums zeigen. Wir haben schon früh einen Internet-Auftritt gestaltet, sind in sozialen Netzwerken präsent, haben viele Filme im Vorfeld gedreht, um Werbung zu machen. Baumgarten: Was in Köln gezeigt wird, ist Champions League. Es ist unser Ehrgeiz, viele Zuschauer zu gewinnen, die sich vorher nicht so für diese Art des Tanzens interessiert haben. Ich glaube, wir werden einen Zuschauerrekord erzielen.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit der Lanxess-Arena?

Wildschütz: Hervorragend. Wenn wir eine Frage haben, bekommen wir eine Antwort und Hilfe.

Welche Herausforderungen haben Sie auf dem Weg schon gemeistert?

Baumgarten: Wir bauen die Bühne quer auf, nicht wie sonst an einer Stirnseite, weil wir finden, dass so mehr Menschen eine bessere Sicht aufs Geschehen haben. Uns war anfangs nicht bewusst, dass wir dafür eine komplett neue Technik brauchen, da beispielsweise das Beschallungssystem der Arena darauf im „Parkett“ nicht ausgerichtet ist. Am Freitag, 13. März, beginnen wir mit dem Aufbau, dann müssen beispielsweise über 85 Motoren hochgezogen werden, an denen Beleuchtung und Lautsprecher befestigt werden.

Alles Anschaffungen, die das Budget belasten?

Wildschütz: Wir kommen damit klar. Beispielsweise benötigen wir 720 Quadratmeter Bühnenmolton und Traversen. Wir haben auch einen komplett neuen Tanzboden für Köln angeschafft. Der Boden, den wir für die Arena Kreis Düren gekauft haben, ist zu klein. Den größeren neuen können wir aber bei Bedarf verkleinern. Er wird zum Ersatzteil.

Gab es Rückschläge?

Baumgarten: Wir haben schon vor vier Jahren Hotelzimmer für alle Helfer und die Ehrengäste reserviert. Leider kollidiert die Meisterschaft nun mit einer Messe, die Preise sind enorm gestiegen. Das hat unser Budget schon belastet, aber besonders schade ist es für alle Zuschauer, die sich in der Stadt einquartieren.

Pendelt von Ihnen jemand?

Wildschütz: Nein. Wir sind von Freitag bis Sonntagnacht vor Ort. Es sieht nicht gut aus, wenn wegen eines Staus auf der A4 die Ausrichter der Meisterschaft zwei Stunden zu spät ankommen. Es gibt genug zu tun, da brauchen unsere Leute ihren Schlaf. Auch um die Verpflegung der Helfer kümmern wir uns.

Worauf freuen Sie sich besonders?

Wildschütz: An beiden Tagen wird es um 9 Uhr eine Eröffnungsshow geben. Ich möchte nichts verraten, aber wir versprechen, dass es sich lohnt. Baumgarten: Ich freue mich auf die Tänze. Da geht einem das Herz auf.

Was wünschen Sie sich?

Wildschütz: Dass technisch alles einwandfrei funktioniert, es keine Verletzungen gibt und wir allen Gästen und Teilnehmern eine Supermeisterschaft ermöglichen. Wir freuen uns, wenn alles gut über die Bühne gegangen ist.

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