Keramikpfeifen: Eine Rarität aus Obermaubach

Von: Bruno Elberfeld
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Andreas Fiebiger mit einer kle
Andreas Fiebiger mit einer kleinen Auswahl seiner doppelwandigen Keramikpfeifen. Foto: bel

Obermaubach. Mit leuchtenden Augen sitzt der Pfeifenmacher vor der Töpferscheibe, nimmt einen Pfeifenkopf, noch ohne jede Farbe und Glasur, in die linke Hand und streicht nahezu zärtlich über die noch raue Oberfläche.

Diese Pfeife wird eine der vielen Kunstwerke, die Andreas Fiebiger im Laufe der vergangenen fünf Jahre auf der Töpferscheibe geformt hat. Was ist das Besondere an den Keramikpfeifen des Obermaubachers?

Er modelliert Pfeifen aus Ton, wie viele andere Pfeifenmacher auch. An seiner ersten Pfeife verbrannte er sich die Finger. Die Folge: Andreas Fiebiger gestaltete ab da doppelwandige Pfeifen, woran sich der Raucher zwar die Hände wärmen, aber nicht verbrennen kann. Die Doppelwandigkeit ist schon Anfang des 19. Jahrhunderts im niederländischen Gouda erfunden worden, weiß Fiebiger zu berichten.

Doch von Anfang an: Bekannte schenkten Andreas Fiebiger vor einigen Jahren eine Töpferscheibe, die bei ihnen nur herumlag. Die ersten Werke auf Fiebigers Scheibe waren Töpfe. Doch die machte jeder. So kam der Genussraucher, der sich nur gelegentlich eine Pfeife anzündet, auf die Idee, Keramikpfeifen zu machen. Der Arbeitsvorgang ist wie bei allen Keramiken: Modellieren, Brennen im Ofen bei 1200 Grad Celsius, Glasieren und noch einmal ein Brand bei 1060 Grad. Fertig ist die Keramikpfeife, wohlgemerkt: doppelwandig, eine Seltenheit.

„Mir geht es bei der Herstellung der Pfeifen nur um das Künstlerische”, verrät Fiebiger, „doch die Pfeifen lassen sich natürlich auch gut rauchen.”

Denn der Rauch ist recht kühl und die Pfeife nur warm. Das anfängliche Brennen auf der Zunge entfalle deshalb ganz, verspricht der Künstler. Jetzt fehlt noch das Mundstück. Die Mundstücke werden als Kunststoff-Rohlinge geliefert. Schwierig ist das Anpassen des Zapfens aus Teflon.

Noch ein Vorgang ist für den passionierten Pfeifenraucher recht einfach: Zum Reinigen können die Pfeifenköpfe bei etwa 600 Grad einfach in den Ofen gelegt und ausgebrannt werden. Jede Pfeife, die Andreas Fiebiger herstellt, ist ein Unikat. Alle tragen einen Namen. Die Formen und Farben sind alle unterschiedlich.

Warum er diese ungewöhnliche Arbeit macht? „Wenn ich an der Scheibe sitze und der Pfeifenkopf nimmt allmählich Gestalt an, bin ich rundum zufrieden”, nennt Fiebiger ein Motiv seines Tuns. Wenn er dann irgendwann mal mit seinen Pfeifen eine Ausstellung machen kann, so glaubt er, wird er noch zufriedener.
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