Keltische Urnen in der Echtzer Grundschule

Von: Sarah Maria Berners
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Präsentieren den Kindern der
Präsentieren den Kindern der Grundschule Echtz Urnen, die Archäologen auf den Feldern rund um den Ort ausgegraben und zusammengefügt haben: (v.l.) Landwirt Werner Steffens, LVR-Mitarbeiter Ralf Schmitz und Udo Lettmayer, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins. Foto: Berners

Echtz. „Was ich hier in der Hand halte, ist ein ziemlich großes 3D-Puzzle”, erklärt Dr. Ralf Schmitz in der Echtzer Grundschule. „So ein Puzzle ist ziemlich kompliziert. Es zu lösen ist noch viel schwieriger, als die Puzzle, die Ihr Zuhause habt.”

Schmitz Kollegen vom Landesmuseum des Landschaftsverbandes in Bonn haben die vielen kleinen Scherben zusammengefügt. Das Ergebnis waren mehrere Urnen - oder zumindest Teile davon. Einige stehen jetzt in einer Vitrine in der Echtzer Grundschule. Und damit sind sie quasi zu dem Ort zurückgekehrt, an dem sie vor knapp 3000 Jahren vergraben wurden. Und wo die Scherben 2006 ausgegraben wurden. Das war auf dem Grundstück von Landwirt Werner Steffens.

Noch vor den Römern

Steffens stimmte den Grabungen auf den Feldern nordwestlich von Echtz zu und machte es zur Bedingung, dass das Landesmuseum einige Fundstücke dem Heimat- und Geschichtsverein Echtz zur Verfügung stellt. „Jetzt soll die Ausstellung über die Geschichte der Heimat informieren”, sagt Udo Lettmayer, der Vorsitzende des Heimatvereins. Ihm und seinen Mitstreitern ist es wichtig, dass die Kinder mit der Geschichte ihrer Heimat vertraut werden, wissen, was lange vor ihnen in Echtz passierte. „Im Lehrplan ist dieses Thema nicht enthalten”, sagt Alice Undorf, die Leiterin der Grundschule. Allerdings sei eine Projektwoche zum Thema „Früher und Heute” geplant, und da würden natürlich auch die Kelten eine Rolle spielen.

Spannend ist das Thema allemal, wenn man es richtig aufbereitet.

Die Kelten, erklärte Schmitz, hätten noch vor den Römern in Echtz gelebt. „Sie hatten einfache Häuser, schöne Kleider und konnten hier gut leben.” Die Kelten lebten von der Landwirtschaft und bei Echtz waren die Böden fruchtbar. „Die Kelten bauten Getreide und Linsen an. Kartoffeln gab es damals noch nicht, also auch keine Pommes”, erklärte Schmitz. Und auch wenn Kinder Zeiträume noch nicht so gut ermessen können: Eine Zeit, in der es keine Fritten gab, muss sehr, sehr lange her sein. Später kamen die Römer und die Kelten zogen sich nach England und Irland zurück. Aber die Überreste ihrer Siedlungen und ihre Friedhöfe liegen heute noch unter der Erde.

Über das Leben

Die Leichen haben die Kelten verbrannt und die Asche in kunstvolle Gefäße gefüllt, die heute eines der größten Gräberfelder im Rheinland bilden. „Das Gewicht der Erde und die Pflüge der Landwirte zum Beispiel, haben die Urnen kaputt gemacht”, erklärt Lettmayer. Bei den Grabungen haben die Archäologen auch kleine Gefäße gefunden, die aussehen wie Eierbecher. „Das sind wohl Grabbeigaben gewesen”, erklärt Lettmayer.

In Bonn wird nun noch ein kunstvolles Gefäß mit kleinen Füßchen restauriert, dass später auch in Echtz ausgestellt werden soll. Dann wird es auch einen Vortragsabend geben. Der Heimat- und Geschichtsverein hofft, die kleine Ausstellung in der Glasvitrine irgendwann um Funde zu erweitern, die nicht Zeuge des Sterbens, sondern des Lebens sind. In südlicher Richtung haben die Archäologen Bodenverfärbungen und Gruben entdeckt, die auf Siedlungen schließen lassen. Sie hoffen, irgendwann eine Siedlung untersuchen zu können, die zu dem Gräberfeld gehört. Und dann könnten die Kinder in der Echtzer Grundschule noch mehr über das Leben der „Echtzer Kelten” lernen.

Woher der Name ihres Heimatortes kommt, haben sie bei der Präsentation der keltischen Urnen schon gelernt. „Das Wort Echtz stammt aus einer ganz alten Sprache”, erklärte Lettmayer. Und es bedeute Wasserfluss. Und dieser Fluss war vermutlich ein Grund, warum die Kelten sich in Echtz ansiedelten.
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