Keine Aussagen zur Zukunft von Woolworth in Düren

Von: Christoph Lammertz
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Traditionshaus an der Ecke Wirtel-/Kölnstraße: Nach dem Insolvenzantrag von Woolworth Deutschland fürchten auch die Beschäftigten in der Dürener Filiale um ihre Arbeitsplätze. Foto: Lammertz

Düren. Kunden stöbern in der Auslage, Mitarbeiter räumen neue Ware in die Regale. An den Kassen haben sich kurze Schlangen gebildet. Im Dürener Woolworth geht am Dienstagnachmittag alles seinen normalen Gang. Und doch ist es anders.

Denn der Konzern hat Insolvenzantrag gestellt. 11.000 Arbeitsplätze sind bei der Kaufhauskette in Gefahr, mindestens 30 davon in Düren.

„Ich gehe davon aus, dass es hier weitergeht”, sagt Filialleiter Laszlo Modders. Woher er seinen Optimismus bezieht? „Weil man optimistisch sein muss”, antwortet er auf diese Frage. Ob die missliche Lage der DWW Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG auch in Düren spürbar ist, dazu möchte sich der Filialleiter nicht äußern.

Und auch seine Mitarbeiter, überwiegend sind es Mitarbeiterinnen, halten sich an die Schweigepflicht, die offenbar von Oben verordnet worden ist. So wird die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes nicht artikuliert. Doch die Nervosität der Belegschaft ist an diesem Dienstag deutlich zu spüren.

Noch vor wenigen Wochen konnten die Beschäftigten darauf hoffen, dass ihr Unternehmen von der Wirtschaftskrise profitieren könnte. Weil billig einkaufen ein Krisentrend ist, gelten Discounter als potenzielle Gewinner in solchen Zeiten.

Den Optimismus schürte der neue Woolworth-Chef Stefan Rohrer, der gute Prognosen für sein Unternehmen abgab. Nur wenige Wochen nach seiner Amtsübernahme aber gab Rohrer Anfang April wieder auf. Was folgte, war am Karsamstag der Gang zum Insolvenzgericht.

Welche Folgen er für die Dürener Filiale hat, dazu gab es auch aus der Frankfurter Zentrale des Unternehmens am Dienstag keine Antwort. Nicht einmal für die Zahl von - saisonabhängig - zwischen 30 und 50 Mitarbeitern, die in Düren genannt wird, gab es eine Bestätigung. Zu den einzelnen Filialen gebe es derzeit gar keine Auskunft, hieß es in Frankfurt. Nur so viel: Ein Insolvenzantrag bedeute in der Regel nicht, dass umgehend Filialen geschlossen werden.

„Dass es bei Woolworth Probleme gibt, ist ja nicht neu. Ich dachte aber, dass es in Düren eigentlich ganz gut läuft”, schildert Jörg Hamel, Vizepräsident des Einzelhandelsverbandes Aachen-Düren seinen Eindruck von der Dürener Woolworth-Filiale. Das „Schmuddelimage”, unter dem der Discounter in manch anderer Stadt leide, habe das Geschäft in Düren nicht, sagt Hamel.

Dennoch war Woolworth auch in Düren schon seit längerem Gegenstand von Spekulationen. Vor zwei Jahren wollten „Insider” wissen, dass die Filiale in Düren geschlossen wird. Saturn werde an der Ecke Wirtel- und Kölnstraße einziehen, wollten die Szenekenner erfahren haben.

Absoluter Nonsens”, hieß es dazu von allen beteiligten Seiten. Dass das Woolworth-Gebäude eine sehr interessante Immobilie ist, steht allerdings außer Frage. „Ich kenne einige Textilanten, die in die Dürener 1a-Lage möchten. Das Gebäude würde nicht lange leer stehen”, ist Jörg Hamel sicher.
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