Kein Investor, aber auch kein Schlussstrich unters Hotelprojekt

Von: cl
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„Hier entsteht in Kürze...”: Das Baustellenschild an der Stadthalle dürfte auch nach der Ratssondersitzung noch eine Weile ein Projekt ankündigen, aus dem höchstwahrscheinlich nichts mehr Foto: Lammertz

Düren. Die Situation rund um die ehemalige Stadthalle bleibt verfahren. Daran hat auch die nicht-öffentlichen Sondersitzung des Rates nichts geändert, in der Hotelprojektentwickler Hermann-Josef Schneider und ein Vertreter der hinter ihm stehenden Gesellschaft „Informica” zum Sachstand Auskunft gaben.

Es bleibt dabei, dass Schneider & Co. an ihrem Ziel festhalten, ihr 4-Sterne-Hotel an und in der alten Stadthalle zu realisieren, auch wenn nach wie vor kein Investor für das 20 Millionen Euro teure Projekt in Sicht ist.

Ende Februar 2011 läuft die verlängerte Frist aus, die Schneider von der Stadt gewährt wurde. Schon jetzt steht fest, dass bis zum diesem Zeitpunkt an der Bismarckstraße kein Hotel stehen wird. Die Zeit ist viel zu knapp, selbst wenn morgen mit dem Bau gestartet würde.

Dennoch ist das für die CDU/FDP-Mehrheit im Rat noch nicht Anlass genug, die Frist als verstrichen anzusehen und das Erbbaurecht für Schneider zu beenden. „Die Frage ist, ob wir das Rückfallrecht überhaupt in Anspruch nehmen sollten”, sagte CDU-Fraktionschef Karl-Albert Eßer am Donnerstag der DZ. Würde die Stadt Halle und Grundstück zurücknehmen, würde ihr wegen einer Grundschuldeintragung, die sie dem Hotelprojektentwickler gewährt hat, höchstwahrscheinlich ein Schaden von eineinhalb Millionen Euro entstehen.

Das Geld, das er sich auf Basis der Grundschuldeintragung geliehen hat, sei bereits in das Projekt investiert, versuchte Schneider dem Vernehmen nach in der Stadtratssitzung glaubhaft zu versichern. Gut möglich also, dass die Stadt zunächst einmal gar nichts unternimmt. Auch Ende Februar 2011 müsse sie Halle und Grundstück nicht zurücknehmen, sagte Eßer. So würde zumindest kein finanzieller Schaden entstehen. Die Stadthalle würde dann aber höchstwahrscheinlich weiter verfallen.

Zwangsversteigerung?

Denkbar ist auch, dass das Grundstück, beziehungsweise das Erbbaurecht fürs Grundstück, nach Ablauf der Frist zwangsversteigert wird. Ein Käufer könnte dann aber nichts anderes als ein Hotel unter Einbeziehung der alten Stadthalle dort bauen.

„Wir geben dem Hotelprojekt noch immer eine Chance”, bleibt CDU-Fraktionschef Eßer bei seiner Linie, mit der er auch begründet, dass mit anderen Interessenten wie der Initiative zum Erhalt der Stadthalle vorerst nicht gesprochen wird. Was passiert, wenn Schneider & Co. im Zeitraum bis Februar 2011 doch noch erklären, sie hätten ein Geldgeber und könnten bauen, darüber wollte Eßer am Donnerstag nicht spekulieren. Ob dann die Frist für den Hotelbau noch einmal verlängert wird, könne erst entschieden werden, wenn es soweit ist.
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