Kein Hotelangebot, sondern eine Begegnungsstätte

Letzte Aktualisierung:
gästehaus-bu
„Damit Menschen sich begegnen”: Pater Athanasius (l.) und Bruder Wolfgang heißen Besucher im Gästehaus des Klosters willkommen. Foto: Johnen

Vossenack. Gastfreundschaft hat bei Franziskanern Tradition. Scherzhaft bezeichnen sie sich beizeiten auch als „größte Hotelkette der Welt”. Die Ankündigung des Vossenacker Kovents, im Februar ein Gästehaus zu eröffnen, überrascht daher kaum. Doch was erwartet künftig den Reisenden?

Eine Textilsauna? Mediterrane Spitzen-Gastronomie? Das Rundumsorglos-Paket nach Feng-Shui?

„Wir machen das ohne Ying und Yang”, beendet Guardian Pater Athanasius Spieß ofm sämtliche Überlegungen, wie aus einem Kloster wohl ein Sternehotel werden könnte. Nein, einen Wellness-Tempel wollen die Franziskaner nicht errichten. „Essen wie Gott in der Eifel” preisen sie trotz eigener Klosterküche und optionaler Vollpension auch nicht an. Allenfalls mit der himmlischen Ruhe könnten die Brüder touristisch punkten. Wenn sie es denn wollten.

Nicht spartanisch, nicht opulent

„Das Gästehaus ist kein Hotel-Angebot”, stellt Pater Athanasius klar. Die Gäste, die die Franziskaner zur Belegung des Hauses im Blick haben, sind Gruppen. Chöre beispielsweise, Pfarrgemeinderäte, Messdiener und Pfadfinder. Aber auch Gremien aus Gemeinden und Unternehmen, die einen Ort zur Klausur suchen. Der Standard des Hauses bleibt schlicht: überwiegend Einzelzimmer, überwiegend Duschen auf dem Flur. Nicht spartanisch, aber auch nicht opulent. Die Freizeiteinrichtungen wie Turnhalle, Schwimmbad und Sportplatz können gegen einen kleinen Obolus mitbenutzt werden. Statt hochglanzpolierter Sterne prangen drei Kronen an der Pforte, das Wappen der Rheinischen Franziskaner-Provinz.

„Begegnung ist Verkündigung”, erklärt Pater Athanasius die Intention der Franziskaner. Sie wollen weder Hotel, Selbstversorgerhaus noch Jugendherberge schaffen, sondern Raum zur Begegnung bieten. Menschen sollen sich begegnen. Alles andere sei „schmückendes Beiwerk”. „Derzeit ist auch nicht geplant, eine Art Schnupperangebot für das Klosterleben anzubieten”, fügt Bruder Wolfgang Mauritz, der Leiter des Gästehauses, hinzu. In einer Abtei mit einem großen Kovent sei dies möglich, nicht jedoch in Vossenack, wo viele der Brüder in den Arbeitsalltag von Schule und Internat eingebunden sind. Kirche und Kapelle jedoch können für Gebet, Meditation und Zeit der Stille genutzt werden.

Ausgelegt ist das Angebot für Gruppen von 10 bis maximal 40 Personen. Der geplante Mensabau im Gymnasium verbessert die Möglichkeiten der Bewirtung noch. „Oberste Priorität haben immer Schule und Internat”, verdeutlicht Bruder Wolfgang noch einmal, dass das Gästehaus kein Hotel mit 24-Stunden-Service ist. Es müsse auch noch geprüft werden, wie Gruppen während der Ferien untergebracht werden können. „Unter zehn Personen lohnt es sich dann kaum, den Herd anzuwerfen”, hat Ökonom Pater Georg Scholles ausgerechnet.

Warum die Franziskaner eigentlich ein Gästehaus eröffnen? Zum einen, weil sie ohnehin schon oft Gäste hatten, antwortet Bruder Wolfgang. „Zum anderen hat es auch ganz profane wirtschaftliche Gründe”, erklärt der Ökonom: Ziel des Hauses sei es nicht, Profit zu erwirtschaften. Vielmehr soll das Gästehaus helfen, den „Standort” Vossenack auch in Zukunft auf ein solides finanzielles Fundament zu stellen. Und ja, mit Blick auf die Zukunft, sei ein solches Angebot auch ein Standortvorteil. Kloster, Internat, Schule, Gästehaus und Kloster-Kultur-Keller würden eine große Einheit der Begegnung bilden. Dass der Nationalpark Eifel vor der Tür liegt, muss da kein Nachteil sein. „Die Erhaltung der Schöpfung ist schließlich Bestandteil franziskanischen Denkens”, sagt Bruder Wolfgang.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert