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Katze von Jäger erschossen? Polizei ermittelt

Von: sj
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„An dieser Stelle wurde die Katze erschossen“, berichtet Michaela Wagner. Die 44-Jährige war mit ihrem Schäferhund wie so oft zu einem Spaziergang rund um Frenz unterwegs. Foto: Stephan Johnen

Frenz. Seit 14 Jahren wohnt Michaela Wagner in Frenz, seit 14 Jahren geht sie regelmäßig auf den Feldwegen rund um den Ort spazieren. Diese Woche verlief der Spaziergang anders als geplant. „Vor meinen Augen ist eine Katze erschossen worden“, berichtet die 44-Jährige, die mittlerweile Anzeige gegen einen unbekannten Jäger erstattet hat.

„Es war gegen 16.45 Uhr, am helllichten Tag, als ich wieder mit meinem angeleinten Hund Elwood unterwegs war“, berichtet Michaela Wagner. „Kurz vor dem Knick eines Feldweges fiel ein Schuss“, fährt sie fort. Und etwa 20 bis 25 Meter vor der Spaziergängerin und ihrem Hund „hat eine Katze beinahe einen Salto geschlagen“, schildert sie.

Zunächst habe sie gar nicht verstanden, was geschehen ist. In einem etwa 80 Meter entfernten Hochsitz habe sie einen Jäger bemerkt und ihn angerufen. „Er deutete mir mit Handzeichen zu verschwinden. Ich lief zu meinem Auto und rief meinen Mann an, um ihm zu schildern, was geschehen ist“, berichtet sie.

Als kurze Zeit später Peter Wagner eintraf, seien beide zum Hochsitz gegangen, um mit dem Jäger zu reden. „Auf das Verhalten angesprochen meinte er, er habe mich gesehen und daraufhin einen Warnschuss abgegeben“, sagt Michaela Wagner. „Auf eine Katze habe er nicht geschossen.“

Nachdem der Jäger zu seinem Auto gegangen sei, notierten die Wagners das Kennzeichen und machten Fotos von der toten Katze, die sie in einem Gebüsch liegend fanden. „Offensichtlich war das Tier von diesem Schuss getroffen worden. Dieses Verhalten ist unverantwortlich, der Schuss ging in meine Richtung. An dieser Stelle sind zu dieser Zeit generell viele Spaziergänger unterwegs“, sagt Michaela Wagner. Sie habe seitdem Angst, dort wieder mit ihrem Hund spazieren zu gehen.

Die beim Ordnungsamt des Kreises Düren angesiedelte Untere Jagdbehörde bestätigte ebenso wie die Kreispolizeibehörde Düren, dass Michaela Wagner den Vorgang angezeigt hat. „Wir haben ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, sagt Polizei-Pressesprecher Ralf Meurer auf Anfrage. Den Ausgang der Ermittlungen wird nun die Untere Jagdbehörde abwarten.

Grundsätzlich sei im Jagdgesetz klar geregelt, dass Jäger zur Ausübung des Jagdschutzes wildernde Katzen abschießen dürfen, heißt es in einer schriftlichen Mitteilung aus dem Kreishaus. Als wildernd gelten Katzen, die im Jagdbezirk in einer Entfernung von mehr als 200 Metern vom nächsten Haus angetroffen werden. „Voraussetzung für die Tötungsbefugnis ist in jedem Fall eine tatsächliche Gefahr für das Wild“, heißt es weiter. Bei jeder Schussabgabe müsse zudem im Einzelfall geprüft werden, ob das Leben von Menschen gefährdet werden könnte.

Die Antwort der Unteren Jagdbehörde auf die Frage, was mit einem Kadaver zu geschehen hat, ist eindeutig: „Der Tierkörper ist durch den Jäger ordnungsgemäß zu entsorgen. Ausreichend wäre in einem solchen Fall vergraben – mindestens 50 Zentimeter unter der Erdoberfläche.“ Sollte sich im Zuge des Ermittlungsverfahrens die „Unzuverlässigkeit des Jägers herausstellen, wird der Jagdschein für ungültig erklärt und eingezogen“, heißt es weiter.

„Wir halten unsere Jäger an, auf keine Katze zu schießen. Solche Fälle verurteilen wir“, sagt Heinz Stüttgen von der Kreisjägerschaft Düren auf Anfrage unserer Zeitung. „Es gibt keine Warnschüsse auf Katzen“, fügt er hinzu.

Den konkreten Fall könne er nicht bewerten, aber die Kreisjägerschaft werde sich kundig machen, sagte Stüttgen. „Sollte ein Fehlverhalten vorliegen, werden wir von der Unteren Jagdbehörde informiert“, erklärte er.

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