Düren - Katamarane „fliegen“ über den Badesee

Katamarane „fliegen“ über den Badesee

Von: Jörg Abels
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Start in der Masters-Klasse: Von der Pole-Position aus fährt der Lette Nikita Lijics (Nr. 71) auf dem Dürener Badesee zwei Siege heraus, vor dem erfolgreichen Titelverteidiger Edgaras Riabko (Nr. 11) aus Litauen.
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Spektakuläre Positionskämpfe wie hier in der Cup-Serie zwischen dem neuen Champion Kevin Köpcke (Nr. 15) und Sascha Schäfer waren eher selten. Foto: Jörg Abels

Düren. Das Startsignal ertönt. In ihren vollverkleideten und ein wenig futuristisch anmutenden Katamaranen geben die sechs Piloten im letzten Rennen der Saison im ADAC Motorboot Masters Vollgas. Den Propeller des Heckmotors ins Wasser gestellt, „fliegen“ die Powerboote auf dem Dürener Badesee nur so über die Wellen in Richtung der ersten von sieben Wendebojen.

Trotz eines leichten Gegenwinds beschleunigen die Fahrer die von einem Vier-Takt-Motor mit 60 PS angetriebenen und 25 000 Euro teuren Katamarane auf bis zu 130 Stundenkilometer, allen voran der Lette Nikita Lijics. Die Frontpartie seines Bootes steigt leicht in die Höhe, Wasserfontänen rauben seinen Verfolgern die Sicht. Lijics setzt sich ab, fährt ein einsames Rennen an der Spitze und sieht als Erster die Zielflagge.

„Bremsen im eigentlichen Sinn haben die Boote nicht“, erklärt Organisationsleiter Daniel Schönenberg (Nörvenich) vom ausrichtenden ADAC Nordrhein. Um möglichst enge Kurven fahren zu können, nehmen die Piloten den Propeller ein wenig aus dem Wasser, driften, geben wieder Vollgas. Ziel ist es, den Propeller so lange wie möglich im Wasser zu halten, oder wie es Daniel Schönenberg beschreibt: „Wer mutig ist, ist vorne.“

Erstmals zu Gast in Düren

Zum ersten Mal gastiert der ADAC mit seinen beiden Motorboot-Rennserien am Dürener Badesee, der ideale Bedingungen bietet. Neben dem Saisonfinale der Masters steht auch das der Cup-Wertung für Nachwuchsfahrer mit kleineren Booten und 30 PS starken Vier-Takt-Motoren auf dem Programm. Vor den Fahrern liegt ein 1200 Meter langer Rundkurs, „der anspruchsvollste der Saison mit sieben Wendebojen und zwei der äußerst selten gefahrenen Rechtskurven“, erklärt Daniel Schönenberg. Und er weißt auf die besonderen Anforderungen dieser Rennserien hin: „Auf einem Straßenrundkurs weiß der Fahrer nach einiger Zeit ganz genau, wo die Bremspunkte liegen, wo sich Bodenunebenheiten befinden. Auf dem Wasser ist jede Runde anders. Der Wind und die vor allem vom Vordermann erzeugten Wellen stellen die Piloten vor große Herausforderungen.“

Größte Gefahr: Ein Boot könnte sich über das Heck aufrichten und umkippen. Aus diesem Grund haben die Katamarane ein spezielles Sicherheitscockpit, und mitten im See schwimmt ein Rettungsboot, das jeden Punkt der Strecke in 15 Sekunden erreichen kann. Eingreifen müssen Taucher und Arzt an diesem Tag trotz einiger verbissener Positionskämpfe zum Glück aber nicht.

Rund 400 Besucher, größtenteils Kenner der Szene, verfolgen das Rennspektakel am Badesee, das am Vormittag mit den Trainingsläufen begonnen hatte. Daniel Schönenberg ist angesichts des wolkenverhangenen Himmels und einer Lufttemperatur von gerade einmal elf Grad mit der Resonanz zufrieden. Und weil auch die Fahrer wie der Berliner Mike Szymura begeistert von der Strecke auf dem Dürener Badesee sind, würde der ADAC im kommenden Jahr gerne wiederkommen. Dann vielleicht sogar mit einer Zwei-Tages-Veranstaltung. Aber der Organisationsleiter will den nun anstehenden Gesprächen nicht vorgreifen.

Zurück zu den Rennen: Auch wenn der Lette mit den Bedingungen an der „Dürener Adria“ am besten zurechtkommt und mit dem Sieg im ersten Sprintrennen sowie im Hauptlauf zum Tagessieger avanciert, kann er den Litauer Edgaras Riabko nicht mehr an der Titelverteidigung hindern. Der Berliner Szymura, der das zweite Sprintrennen gewonnen hatte, wird am Ende Dritter.

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