„Kastelruther Spatzen“: Schunkellieder gepaart mit Bergromantik

Von: Hannes Schmitz
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Sie prägen den erfolgreichen Sound der Volksmusik-Stars: Sänger Norbert Rier, Kurt Dasser (Gitarre), Walter Mauroner (Trompete) und Albin Groß (Keyboard), Nicht im Bild Karl Heufler (Bassgitarre) und am Schlagzeug Rüdiger Hemmelmann. Foto: Schmitz

Düren. Die Arena Kreis Düren wurde zum Spatzennest. Selbst aus den Beneluxstaaten und dem hohen Norden kamen „Spatzenfans“ angeflogen und gesellten sich zu den rund 1200 Nesthockern im Saal. Beste Laune herrschte auf den Rängen.

Überall wurde aufgeregt „gezwitschert“, um die Wartezeit bis zum sehnsuchtsvoll erwarteten Auftritt der „Kastelruther Spatzen“ zu überbrücken.

Der Konzertbeginn mit den Dauergästen aus Südtirol begann dann eher etwas flügellahm. Doch nach ein paar Flügelschlägen klappte es, die typische Schunkelstimmung kam auf und der Eintritt in die heile Welt des volkstümlichen Schlagers war geglückt. Es war aber auch der Auftakt zu einer Konzertmonotonie, in der ein Lied wie das andere klang, mit ein bisschen Dur, ein wenig Moll. Musikalisch einfach gestrickt, ohne jede Überraschungen.

Die Zuhörer kannten jeden Song, lasen dem Septett die Textzeilen von den Lippen ab, trafen jeden Ton, auch wenn das Konzert eine „Litanei“ aus eintönig klingenden Musikstücken war, in der Soli (Trompete, Saxofon) von Hall so durchwebt und entrückt sauber und klar waren, dass man leise Zweifel bekam, ob sie wirklich live über die Bühne gingen. Jedenfalls half die Technik kräftig mit.

Für ein paar Stunden entstand in der Halle eine Parallelwelt, die nur einen spaltbreit offen war für die Realität „draußen“. Das Publikum gierte förmlich nach „einfühlsamen Spatzenklängen“, wollte Schunkellieder, Besinnliches und zu Tränen rührende Geschichten und natürlich Bergromantik. Es folgte nur zu willig der Musikergruppe, für die die simple Erlösungsformel ist, dass man mit Liebe aus jedem Tief findet.

Die Besucher erlagen schnell dem Charme des Spatzenkonzepts, das schon seit mehreren Jahrzehnten funktioniert und die Band aus Kastelruth mit Hits in Serie längst in den Olymp der Volksmusik katapultiert hat. 15 Millionen verkaufte Tonträger, elf Mal mit der Krone der Volksmusik gekürt, 13 Mal wurde ihnen die Auszeichnung „Echo“ überreicht und ihre Alben wurden mit Doppel-Platin, Platin und Gold ausgezeichnet.

„Momente des Glücks“ sangen die Musiker und die Zuhörer schwelgten in herzergreifenden Augenblicken, wenn Lieder erklangen wie „Ich schwör“ oder „Wenn es Winter wird, dann ruh ich“. Letzteres müssen sich auch viele Fans gedacht haben. So schwach war eine „Spatzenkonzert“ in Düren noch nie besucht. Diejenigen, die allerdings dabei waren, genossen die Band, die sich mit einem Medley aus ihrem jüngsten Album „Heimat - deine Lieder“ in der Gefühlswelt der Fans einnistete. Im Bühnenhintergrund flimmerten auf einer Leinwand die entsprechende Bilder dazu.

Ein freundliches Lächeln von den „Stars der Volksmusik“, ein sanfter Händedruck, verzückte weibliche Enthusiasten, die es gegen Konzertende nicht mehr auf den Plätzen hielt. „Die Spatzenfans“ wurden flügge, flatterten zum Bühnenrand, um mit den Südtirolern die Spatzen-Klassiker der letzten Jahre zu singen und ihren Idolen einmal nahe zu sein und um sie zu bejubeln.

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