Kassierin fallen die falschen 100-Euro-Scheine auf

Von: hp
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Ein 44 Jahre alter Dürener muss sich wegen Geldfälschung vor dem Dürener Schöffengericht verantworten. Symbolbild: dpa

Düren. Wegen gewerbsmäßiger Geldfälschung und der Verbreitung solcher „Blüten“ muss sich seit Donnerstag ein 44 Jahre alter Mann aus Düren vor dem Schöffengericht verantworten. Aufgefallen war er Mitte September 2014 in einem Warenhaus am Heerweg, als er abends kurz vor Geschäftsschluss gegen 22 Uhr der Kassiererin zum Bezahlen drei falsche 100-Euro-Scheine vorlegte.

Vor Gericht schilderte diese Zeugin, dass sich die Scheine „merkwürdig angefühlt“ hätten. Nachdem das Prüfgerät an ihrer Kasse nicht eindeutig reagiert habe, sei sie an den Geldscheinprüfer der Nachbarkasse gegangen. Inzwischen habe sich auch ihre Teamleiterin eingeschaltet und dem Kunden erklärt, sie müsse die Polizei einschalten. Nach Aussage der Kassiererin habe der Mann die drei Hunderter wieder an sich genommen und mit Karte bezahlt.

Nach dieser Zahlungsweise war es natürlich einfach, die Identität des Kunden zu ermitteln. Darüber hinaus hatte sich ein Mitarbeiter des hauseigenen Sicherheitsdienstes das Autokennzeichen notiert, mit dem der Kunde und seine Begleiterin den Parkplatz verlassen hatten. Tatsächlich fand die Polizei drei Tage später bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung des Mannes mehrere „Blüten“ im Nennwert von 50, 100 und 200 Euro.

Bei ihren Ermittlungen kam die Kripo zu dem Ergebnis, dass weitere gefälschte Banknoten in Umlauf gebracht worden waren. Die Staatsanwaltschaft hat in der Anklageschrift aufgelistet, wo gefälschte Geldscheine aufgetaucht sind, die sie dem 44-Jährigen zuschreibt: In einer Lotto-Annahmestelle und einer Apotheke unweit seiner Wohnung, bei der Zahlung an einen Gerichtsvollzieher sowie in einem Schuhladen und einem Geschäft für Dekorationsartikel in der Dürener Innenstadt.

Der Angeklagte, der nach eigener Aussage über einen längeren Zeitraum täglich Amphetamine und erhebliche Mengen Alkohol konsumierte, hatte vor Gericht Erinnerungslücken, wollte aber die „Blüten“ von einem ehemaligen Bekannten erhalten haben. Dem habe er eine hochwertige Disko-Anlage verkauft und zudem Geld geliehen.

Belastendes PC-Material

Ein Kriminalbeamter, der den beschlagnahmten Computer des Angeklagten ausgewertet hatte, sprach von sehr teurer Hard- und Software. Auf dem PC seien auch Fotos von Banknoten gespeichert gewesen. Muster-Kopien besagter Falschgeldscheine auf DIN-A4-Papier befinden sich sogar in den Gerichtsakten, um die Druck-Qualität zu beweisen. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Verena Neft will noch weitere Zeugen hören. Der Prozess wird am 10. November fortgesetzt.

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