Kaserne wird zur Flüchtlingsunterkunft: Platz für 90 Menschen

Von: kin
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Die Gemeinde Nörvenich kann dieses Gebäude der Kaserne Haus Hardt mietfrei vom Bund übernehmen, um dort Flüchtlinge unterzubringen.

Nörvenich. „Bisher konnten wir es vermeiden, Flüchtlinge in Turnhallen unterzubringen. Und das ist auch in Zukunft unser großes Ziel. Es soll möglichst keinen Eingriff in das kulturelle und sportliche Leben unserer Gemeinde geben“: klare Worte von Dr. Timo Czech (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Nörvenich.

Knapp 260 Asylbewerber leben derzeit in der Neffeltalgemeinde, jede Woche kommen neue hinzu. „In den vergangenen zwei Wochen waren es jeweils sechs neue Asylbewerber. Davor waren es wöchentlich im Durchschnitt zehn. Wir brauchen also nach wie vor dringend adäquate Unterbringungsmöglichkeiten“, sagt Timo Czech.

Umso mehr freut sich der Bürgermeister, dass Ende Februar 90 Asylbewerber in „Gebäude 31“ der Kaserne Haus Hardt untergebracht werden können. Die Gemeinde kann das Haus von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mietfrei übernehmen, allerdings müssen noch einige Umbaumaßnahmen erledigt werden. Czech: „Wir haben ‚Gebäude 31‘ in einem ersten Schritt anders umzäunt. Jetzt kann man es erreichen, ohne dass man vorher das Bundeswehrgelände betreten muss.“ In einem zweiten Schritt müssen in den kommenden Wochen sanitäre Anlagen und Küchen eingebaut werden. Insgesamt kosten die Umbauten rund 140 000 Euro, von denen die Gemeinde etwa die Hälfte selbst tragen muss.

Ins Antoniushaus in Oberbolheim und in die alte Schule in Binsfeld können Ende Februar ebenfalls jeweils bis zu 20 Asylbewerber einziehen. Rund 70 Flüchtlinge leben derzeit in der ehemaligen Nörvenicher Hauptschule. „Es macht keinen Sinn“, sagt Timo Czech, „alle Asylbewerber aus der Hauptschule in ‚Gebäude 31‘ umziehen zu lassen. Dann sind die neuen Kapazitäten, die wir dort gewonnen haben, sofort wieder erschöpft.“ Trotzdem sei es sein erklärtes Ziel, für die ehemalige Hauptschule bis Ende des Jahres eine neue Nutzung zu finden. Erste Gespräche mit Investoren hat der Bürgermeister bereits geführt.

Grundsätzlich, ergänzt Czech, sei die Stimmung gegenüber den Flüchtlingen in der Gemeinde „überwiegend gut“, allerdings würden die wenigen kritischen Stimmen lauter. „Dass die Stimmung überwiegend positiv ist, liegt sicher auch daran, dass wir mit dem Verein ‚Nörvenich hilft‘ sehr engagierte Ehrenamtler haben, die hervorragende Arbeit leisten.“ Die Gemeinde sei völlig damit ausgelastet, Unterbringungsmöglichkeiten für die Flüchtlinge zu finden.

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