„Kasalla” erhält den Ritterschlag

Von: Hannes Schmitz
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Erhielt beim 19. Mundartfestiv
Erhielt beim 19. Mundartfestival von Mitorgansiator Addy Clemens den Ritterschlag: Florian Peil und seine Band „Kasalla” verabreichte keine Prügel, sondern begeisterte das Publikum. Foto: Schmitz

Düren. Der Willy Brandt-Park bebte, der Dürener Stadtpark geriet in heftige Schwingungen. „Kasalla” war angesagt, nicht als Drohspruch „es gibt Prügel”, sondern als eine musikalische Offenbarung am Mundarthimmel.

Und als das Quintett um Florian Peil ihren Hit der diesjährigen Session „Pirate” anstimmte, gab es kein Halten mehr für Jung und Alt in Dürens grüner Oase. Keiner hatte den Wunsch nach Ruhe, sondern es wurde kräftig mitgesungen, geschunkelt, getobt. Außer Rand und Band geriet das Publikum beim 19. Mundartfestivale und war nur schwer wieder einzufangen, als die Gruppe zum finalen Stopp ausholte.

Kölsche Lieder in der Tradition der Bläck Föss, rockige Mundart a la Brings. Dennoch: Einfache Nachspieler sind sie nicht, ihre Musik hat große authentische Intensität. Die Jungs um Flo Peil aus der Dürener Region, der schon mit Peilomat Furore machte, sind keine Epigone, sondern eine Band, die sich zu neuen Ufern der Mundartmusik aufmacht und speziell die Jugend anspricht, die wiederum mit ihrem Elan die „Alten” mitreißt. Und eine besondere Ehrung gab es für den Sologitarristen, den „heimischen Jong”, wie Mitorganisator Addy Clemens meinte. Er wurde zum Ritter geschlagen und ist jetzt Ehrenmitglied der AG Schnüss, deren Einsatz beim Parkfestival die Zuschauer belohnten. Mehrere tausend Besucher hörten an zwei Tagen den „dialektischen Liednachmittagen”, der „musikalischen Ideenforschung” zu. Nicht jede Gruppe kam mit eigenen Kompositionen, manche versuchten sich als „Boygroup” bei Playback und hielten die Tonspuren nicht ein. Der Versuch „an Tagen wie diesen” zu glänzen, misslang.

Musikalische Kapriolen hielten sich in Grenzen, das Wetter allerdings machte einige Bocksprünge und bescherte den Veranstaltern eine „missleidige Premiere”.

Zum ersten Mal fiel ein Auftaktabend buchstäblich ins Wasser, die Rock- und Beatgruppen brauchten am ersten Festivaltag ihre Instrumente nicht auszupacken, blieben so von „nasse Fööss” verschont, meinte Addy Clemens von den „Schwess Fööss”, die dann zum „Wellenbrecher” beim endgültigen Auftakt des Festivals einen Tag später wurden.

Ältere, jung gebliebene Herren standen auf der Bühne, die sich selbst gekonnt auf die Schippe nahmen und wohl durch Schlagzeuger Achim Thiem, sonst Geschäftsführer im Schenkel-Schoeller-Stift, inspiriert wurden, als sie mit dem Song „ Leben im Altersheim” einen „Zukunftsblick wagten”. Beim Stadtwerkabend ließen auch „Bremsklötz”, „Echte Fründe” ihre Lieder erklingen und mit „De Mennkrather” kam eine Showband der etwas anderen Art auf die Bühne: 14 dynamische junge Leute, die Spaß an Musik und Show hatten und auf hohem Niveau unterhielten. Eine Entdeckung für das neugierige und feierfreudige Publikum. Der sonntägliche Familientag der Sparkasse stand ebenfalls ganz im Zeichen der Musik. Mit von der Partie waren„Kölsch Bloot”, „Cölsch un joot”, „Nüggele”, „Zollhuus Colonia”, „määt nix”, die „Birkesdörpe Buure Bänd” und „Kröetsch”.

Darüber hinaus gab es ein mittelalterliches Lager mit echten Rittern, Kinderschminken und jeder Menge Spaß für die kleinen Festivalbesucher. Rund um das Gelände der alten Stadtgärtnerei, die ebenfalls ihre Pforten öffnete, waren alte Traktoren und schöne Oldtimer zu bewundern. Der chinesische Glückstempel wurde zum Anziehungspunkt, während es die Kinder eher zum Spielmobil „Schneller Emil” zog.
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