Kreis Düren - Kartoffel-Kartell: Landwirte im Kreis Düren betroffen?

Kartoffel-Kartell: Landwirte im Kreis Düren betroffen?

Von: sj
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Gab es ein Kartoffel-Kartell? Dieser Frage geht das Bundeskartellamt nach. Foto: dpa

Kreis Düren. Haben deutsche Verbraucher und Landwirte über Jahre zuviel für Kartoffeln bezahlt? Davon geht das Bundeskartellamt aus – und hat die Ermittlungen aufgenommen. Unter den Größen der Branche sollen 80 bis 90 Prozent der Unternehmen die Preise abgesprochen haben, zu denen Supermärkte beliefert worden sind.

Möglich sei auch, dass Landwirte ihre Pflanzkartoffeln zu überhöhten Preisen erhalten haben. „Unter den betroffenen Unternehmen sind auch die, die für das Rheinland relevant sind. Sollten die Vorwürfe stimmen, sind auch unsere Landwirte betroffen“, sagte Erich Gussen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft, auf Anfrage unserer Zeitung. Angesichts der noch laufenden Ermittlungen könne zum Ausmaß des Schadens nur spekuliert werden. „Aber natürlich ist das ein Problem.“

Auf etwa zehn Prozent der Anbauflächen im Kreis Düren werden Kartoffeln gepflanzt, im Nordkreis mehr als im Südkreis. Viele Landwirte, die nicht auf eine Direktvermarktung setzen, beziehen das Pflanzgut vom selben Unternehmen, an das sie später die geernteten Kartoffeln verkaufen.

Je nach Ertragslage schwanke der Preis für lose Kartoffeln, die in der Industrie weiterverarbeitet werden, zwischen fünf bis 20 Euro je Dezitonne (100 Kilogramm), rechnet Gussen vor. In einem Jahr, in dem die Ernte üppig ausfalle, „zahlt der Bauer bei fünf Euro noch drauf“.

Ob sich die Bauern übervorteilt fühlten? „Es ist immer schwierig, die Preise auf den Märkten nachzuvollziehen“, sagt Gussen. Die Globalisierung erleichtere dies nicht. „Komplette Transparenz war nie gewährleistet“, fügt er hinzu. Eine gewisse „Unzufriedenheit“ bei der Preisgestaltung sei vorhanden. Ob dies nur ein subjektives Empfinden war, müssten die Ermittlungen zeigen.

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