Düren - Karolingische Buchkunst in der Stadtbücherei

Karolingische Buchkunst in der Stadtbücherei

Von: Bruno Elberfeld
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Verena Schloemer, Vorsitzende Kulturausschuss, Referent Hans-Peter Viechtbauer, Bürgermeister Paul Larue und Archivar Helmut Krebs (von links) eröffneten die Ausstellung „Golden leuchten die Seiten“. Foto: Bruno Elberfeld

Düren. „Es war einmal ein Ritter, der so gebildet war, dass er alles, was er in den Büchern geschrieben fand, lesen konnte.“ Hans-Peter Viechtbauer aus Aachen, seit 40 Jahren leidenschaftlicher Sammler wertvoller Schriften aus der Zeit Karls des Großen und darüber hinaus, stellte den erwähnten Ritter bei der Ausstellungseröffnung einiger wertvoller Stücke seiner Sammlung in der Stadtbücherei vor.

Er hieß Hartmann von Aue und lebte um das Jahr 1200. Und er hatte schon als einer der wenigen von Kaiser Karls Reformen im Bildungsbereich profitiert. Denn Hartmann von Aue konnte lesen und schreiben, Fertigkeiten, die zur damaligen Zeit Klosterbewohnern und Geistlichen vorbehalten waren.

Karl selbst, so berichtete auch Hans-Peter Viechtbauer, lernte das Lesen und Schreiben als Erwachsener. Bis dahin erstreckten sich die Fertigkeiten des Karolinger Herrschers auf die Waffenkunst und die Kunst, Menschen mit dem Schwert zu christianisieren.

Viechtbauer zeigt in der ersten Etage der Bücherei 27 Einzelblätter und Faksimileausgaben, kunstvoll gestaltet, golden leuchtend, denn Schreibkunst war im Mittelalter Gottesdienst und Gott gebührte das wertvollste Material, Gold.

In Aachen gehen die großen Feierlichkeiten zum 1200. Todestag Karls des Großen am 20. Juni dieses Jahres los. Hans-Peter Viechtbauer, seiner Profession nach pensionierter Gymnasiallehrer für Philosophie, Theologie, Geschichte und Sozialwissenschaften, sieht die Dürener Ausstellung mit einigen seiner Sammelstücke als Vorbereitung auf die Jubiläumsfeiern in Aachen und anderen Städten, in denen Karl seine Spuren hinterlassen hat.

In seinem Vortrag zitierte Viechtbauer Meister Einhard, der immer wieder über die Bemühungen des Kaisers berichtet, Lesen und Schreiben und die vielen anderen Künste – artes liberales - zu lernen, die in Ostrom unter dem Einfluss von Byzanz weit verbreitet waren. Kaiser Karl ging es darum, mit den oströmischen Herrschern auf Augenhöhe sprechen zu können.

Und da war er als „Bildungsferner“ angehalten, Schulen und Klöster und alles, was mit Erziehung zu tun hatte, zu reformieren. Aus Ländern West-Europas ließ er die besten Köpfe kommen und sandte sie in die Provinz, damit sie dort Bildungs-Zentralen aufbauen konnten. Heute würden Leitfiguren der Wirtschaft urteilen: ein gutes Personalmanagement.

Zu bewundern sind in der außergewöhnlichen Ausstellung faksimilierte Bücher und Einzelblätter, deren Originale etwa 1200 Jahre alt sind. Begrüßt wurden die Besucher vom Leiter des Stadt- und Kreisarchivs, Helmut Krebs, sowie von Bürgermeister Paul Larue.

Zu sehen sind die wertvollen Exponate bis zum 12. April 2014. Die Öffnungszeiten der Stadtbücherei sind: montags und donnerstags von 12.30 bis 19 Uhr, dienstags und freitags von 12.30 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr. Mittwochs ist geschlossen.

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