Köln/Düren - Karnevalistischer Tanzsport: Dürener Duo verteidigt Titel

Karnevalistischer Tanzsport: Dürener Duo verteidigt Titel

Von: Stephan Johnen
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Bereits am Samstag herrschte reger Andrang in der Kölner Arena. Am Sonntag waren die hier noch ungenutzten Plätze in den Oberrängen alle belegt. Etwa 14.000 Zuschauer verfolgten die Deutsche Meisterschaft im Karnevalistischen Tanzsport. Foto: Stephan Johnen
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Mit 454 Punkten zum Sieg: Sarah Danowski und Nico Bonn verteidigten am Samstag ihren Titel. Foto: Stephan Johnen

Köln/Düren. Nicht nur auf der Bühne wurden sportliche Höchstleistungen in der Kölner Lanxess-Arena erbracht. Die Katakomben des „Henkelmännchens“ sind so weitläufig, dass die Organisatoren der „Holzpoeze Jonge“ parallel zur Deutschen Meisterschaft im Karnevalistischen Tanzsport an diesem Wochenende glatt einen Halbmarathon absolviert haben dürften.

10.306 Schritte hatte beispielsweise Anna Weber vom Organisationsteam schon am Samstagmittag zurückgelegt, nur zwischen den Garderoben und der Bühne. Beim Blick auf den Schrittzähler war sie selbst überrascht. „Wir laufen uns hier die Füße platt“, sagte Pressewartin Angelika Wildschütz und musste lachen. „Nächstes Mal nehme ich mir einen Tretroller mit.“

Vor fünf Jahren hat die Dürener Gesellschaft den Zuschlag bekommen, für den Bund Deutscher Karneval (BDK) die Deutsche Meisterschaft auszurichten. Nach fünf Jahren Vorbereitung wurde es am Wochenende ernst für die Dürener. Eigentlich haben sie schon am Donnerstag angefangen, die Arena für ihre Zwecke herzurichten. Dutzende Tische mussten aufgestellt werden, mehr als 20 Garderoben mit Tischen und Kleiderständern ausgerüstet werden – und ein großes Stück Arbeit war auch die Bühne.

„Wir haben Donnerstag festgestellt, dass es eine kleine Unebenheit gab“, sagt Angelika Wildschütz. Also wurde die gesamte Bühne von den ehrenamtlichen Helfern noch einmal umgebaut – damit es bei der Abnahme am Freitag auch ja nichts zu beanstanden gab. Die Sicherheit der Tänzer, die am Wochenende um die Titel gekämpft haben, ging schließlich vor.

Die „Holzpoeze Jonge“ sind keine Neulinge, wenn es ums Ausrichten von Tanzturnieren geht, doch in Köln war alles drei Nummern größer. Fast 120 Busse, die unter der Arena anfuhren, um Tänzer, Kostüme und Ausrüstung in einem engen Zeitkorsett abzuliefern, 14.000 Zuschauer und fast 2000 Tänzer: Langweilig wurde es den 120 ehrenamtlichen Helfern nie. Hinzu kam, dass beinahe alle Gänge und Flure hinter der Bühne einem Bienenstock glichen. Tänzer wärmten sich auf und übten Schritte, die Schminke wurde noch einmal überprüft, vor den Garderoben stapelten sich die Requisiten der Schautanzgruppen.

Was auf den ersten Blick nach Chaos aussah, lief allerdings wie am Schnürchen. „Wir sind erleichtert, wie gut es läuft“, sagte Gaby Fassbender, die mit Sandra Virnich die Turnierleitung übernommen hatte. Angst vor der Größe der Lanxess-Arena hätten die „Holzpoeze Jonge“ nicht gehabt – wohl aber Respekt.

Ein Lob gab es für die Organisatoren auch vom Ausrichter der Meisterschaft. „Die ‚Holzpoeze Jonge‘ sind sehr zuverlässige Partner“, bedankte sich BDK-Präsident Volker Wagner. Deutschlands oberster Karnevalist betonte, welchen Stellenwert der Tanzsport für den gesamten Karneval habe: „Er ist ein wichtiges Element für die Zukunftssicherung.“ Er bedankte sich bei allen Aktiven in den Vereinen, die „wertvollste Jugendarbeit leisten. Vize-Präsident Rolf Peter Hohn, selbst Mitglied der „Holzpoeze Jonge“ zeigte sich sehr erfreut, „dass alle prima klappt“.

Sportlich mussten sich die 66 Tänzerinnen und Tänzer, die vom Regionalverband Düren in Köln dabei waren, nicht verstecken, auch wenn es meist Platzierungen im guten Mittelfeld gab. Sarah Danowski und Nico Bonn von den „Wendene Seempött“ jedoch hatten sich einen Wunsch erfüllt – und den Titel verteidigt. Fast ungläubig schauten die beiden Junioren auf den Bildschirm mit den Wertungsergebnissen: 454 Punkte. Mit dieser Punktzahl hatten sie auch beim ersten Mal den Titel perfekt gemacht. „Wir sind einfach nur überwältigt“, sagten die Tänzer unisono, bevor sie sich von den Windener Fans, Familienmitgliedern und Freunden feiern ließen. Mehr als 50 waren am Wochenende mit nach Köln gefahren.

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