Karate-Kämpfer: Der Traum von der Jugend-Olympiade

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Begeisterte Karate-Kämpfer: Louisa Jahn, Eddy Nachtigall, Arthur Alberg, Maksim Cebelkin und Victor Stolz trainieren fast jeden Tag, weil sie einen großen Traum haben. Sie möchten zu den Olympischen Spielen. Foto: Sandra Kinkel
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Begeisterte Karate-Kämpfer: Louisa Jahn, Eddy Nachtigall, Arthur Alberg, Maksim Cebelkin und Victor Stolz trainieren fast jeden Tag, weil sie einen großen Traum haben. Sie möchten zu den Olympischen Spielen. Foto: Sandra Kinkel
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Klaus Schomann trainiert die Karate-Talente.

Düren. Eddy Nachtigall ist 16 Jahre alt und hat ein großes Ziel. Der Schüler will zur Jugend-Olympiade in Buenos Aires in Argentinien. Die wird im Oktober 2018 ausgetragen und zum ersten Mal gibt es auch einen olympischen Karate-Wettkampf. „Karate“, erzählt Eddy, „ist olympische Sportart geworden. Und das ist unsere große Chance.“

Es ist Mittwochabend, und in der Sporthalle des Berufsförderungswerkes in Düren trainieren neben Eddy noch Arthur Alberg (16), Maksim Cebelkin (16), Louisa Jahn (12) und Viktor Stolz (25) mit Trainer Klaus Schomann. Stolz gehört zum Karateverein Huchem-Stammeln, die anderen haben früher beim Verein „Okinawa Karate Do Düren“ trainiert und gehören jetzt zu „Bushido Bonn“ beziehungsweise „Bushido Köln“. Der Grund für den Wechsel ist schnell erklärt: „In Köln beziehungsweise in Bonn“, sagt Klaus Schomann, der die jungen Leute schon seit rund acht Jahren trainiert, „sind die Landesleistungsstützpunkte angesiedelt.

Da ist es einfach praktikabler, wenn die Leute auch da zum Verein gehören.“ Eddy, Arthur, Maksim, Louisa und Viktor trainieren dreimal in der Woche beim Leistungsstützpunkt und zweimal mit ihrem alten Trainer Schomann in Düren. „Ich bin eigentlich schon Karate-Rentner“, sagt Schomann lachend, „aber es ist mir ein großes Anliegen, diese jungen Leute weiter zu begleiten und zu fördern. Gerade auch jetzt, wo Karate offiziell olympische Sportart geworden ist.“

„Karate“, erzählt Eddy, „ist eine unglaublich tolle Sportart, die alles enthält. Man braucht Kraft, Technik und Kondition. Außerdem finde ich es gut, wenn man sich verteidigen kann.“ Wichtig sei zudem, erzählen die jungen Leute, Disziplin. „Disziplin und Konzentration“, erzählt Maksim Cebelkin, „muss man unbedingt lernen. Und auch Selbstbeherrschung spielt eine große Rolle.“ Karatekämpfer begrüßen sich vor dem Wettkampf. Sie tragen weiße Anzüge, weil weiß als Farbe gilt, die keinerlei Aggressionen ausstrahlt. Eddy Nachtigall: „Wir diskutieren auch niemals mit dem Kampfrichter. Das gibt es bei unserem Sport einfach nicht.“

Karate ist darüber hinaus auch eine sehr alte Sportart. „Man kann Karate“, erklärt Klaus Schomann, „bis ins sechste Jahrhundert und zu den Shaolin-Klöstern zurückverfolgen. Von dort ist unsere Kampfkunstart ins japanische Okinawa gelangt.“ Im 14. und 15. Jahrhundert waren in der Gegend um Okinawa Waffen komplett verboten. Schomann: „Deswegen haben die Menschen damals eine waffenlose Form der Selbstverteidigung entwickelt.“

Landesmeister

Eddy, Arthur, Maksim, Louisa und Victor haben sich auf „Karate Kata“ spezialisiert, eine Übungsform, die aus stilisierten Kämpfen besteht, die jedoch meistens gegen imaginäre Gegner geführt werden. Eddy, Arthur und Maksim sind in dieser Disziplin als Mannschaft Landesmeister und Deutsche Meister, und auch Louisa hat schon viele wichtige Turniere gewonnen – unter anderem ist sie Neunte bei den Deutschen Meisterschaften geworden. „Die Leistungsdichte in dieser Altersgruppe“, sagt Klaus Schomann, „ist sehr eng. Aber der Traum von der Jugend-Olympia ist für jeden meiner Kämpfer zum Greifen nah. Die Chance ist da.“ Es sei wichtig, so Schomann weiter, dass seine Leute jetzt viele Turniere möglichst erfolgreich bestreiten können.“

Victor Stolz ist für die Jugend-Olympiade schon zu alt, er träumt von den Olympischen Spielen 2020, die ausgerechnet im japanischen Tokio, also im Mutterland des Karate stattfinden sollen. „Ich habe schon viele, auch internationale Wettkämpfe gewonnen, aber leider nicht solche des Deutschen Karateverbandes“, sagt Stolz. Da muss ich mich jetzt noch bekannter machen, um den Sprung in die Mannschaft vielleicht schaffen zu können.“

Die Kämpfer von Klaus Schomann sind nicht nur talentiert, sie sind auch sehr ehrgeizig. „Olympia“, sagt Viktor Stolz, „ist für einen Sportler einfach das Größte. Dafür lohnt es sich zu kämpfen.“ Eddy, Arthur, Maksim und Louisa sehen das ähnlich. „Man muss für die Sache brennen“, sagt Eddy, „dann kann man alles schaffen. Und das tun wir.“ In den nächsten Wochen und Monaten wollen die jungen Sportler vor allen Dingen an ihrer Technik feilen. „Es kommt jetzt auf die kleinsten Kleinigkeiten und Feinheiten an“, sagt Arthur Alberg.

„Wir müssen möglichst perfekt sein, um uns von den andern abzuheben.“ Kein Wunder, dass trotz Weihnachten und Silvester von Trainingspause keine Rede ist. „Wir trainieren weiter“, sagt Eddy. Sas Ziel von der Jugend-Olympiade in Buenos Aires haben die Jugendlichen dabei immer im Blick...

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