Üdingen - Kapelle Maria-Hilfe: Geburtstag mit Musik und Geschichten

Kapelle Maria-Hilfe: Geburtstag mit Musik und Geschichten

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
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Zu den Lesungen von Joachim Poppe und Kirstin Hansen intonierte Claus Hüttl (v.l.) besinnliche Lieder auf seinen Hakenharfen. Foto: bel

Üdingen. Direkt an der Bahnstrecke Heimbach-Düren gelegen, wird dieses Kleinod, die Kapelle Maria-Hilfe in Üdingen, zu wenig wahrgenommen. Gewiss kein Dom, keine Kathedrale, aber ein Gotteshaus mit sauberer Architektur, im Inneren, neben dem bunten Marienaltar, sind Skulpturen und Bilder zu finden, bescheiden, unaufdringlich.

Vor zehn Jahren, so sagte der Vorsitzende des Kapellenvereins, Richard Weber, habe man die Kapelle renoviert. Dieses Jahr feiere man den 140. Geburtstag. Zumindest eigentlich, wie Pfarrer Walter Hütten bei seiner Begrüßung sagte. Schließlich sei 140 Jahre keine Zahl, die man normalerweise feiere, doch in diesem Fall, wenn es um den Erhalt dieses schönen Gotteshauses gehe, vertretbar.

Den Impuls für den Bau der Kapelle „Maria-Hilfe Üdingen“ soll der „Deutsch-Französische Krieg“ 1870/71 gegeben haben. Peter Pauly und Wilhelm Rey haben den Bau des kleinen Gotteshauses in die Wege geleitet, so steht es in den Annalen. Eine Menge Eigenleistung war zu stemmen.

Doch dieser löbliche Anfang war nicht genug, denn Menschen, meist Tagelöhner, wollten bezahlt werden. Sie bekamen zwischen 1,20 und 1,50 Mark am Tag. So zog Peter Pauly übers Land und sammelte Spenden. Schon 1875 sollte der Bau beginnen. Die weltliche Behörde, so stehe es geschrieben, versuchte den Bau durch Beschlagnahmung der Steine zu verhindern, um sie für den Bau der Brücke zu verwenden. Dies wurde jedoch abgewendet. Ein Grundstück wurde gestiftet und so konnte man schließlich anfangen.

Einweihung im Jahr 1876

Baumeister Huppertz aus Gey erbaute die Kapelle. Von Hürtgen runter kam das Holz, von der Wehe der Schiefer. Schon 1876 wurde das schmucke Gotteshäuschen eingeweiht. Im Jahr 1929 wurde die Kapelle durch den Anbau zweier kleiner Seitenschiffe zu einer Kreuzkapelle. Das war notwendig geworden, weil die Einwohnerzahl Üdingens von 260 auf 350 Personen angestiegen war.

Im Zweiten Weltkrieg hatte das Gotteshaus zwei Granattreffer zu verzeichnen. Die Fenster waren zerstört, die Glocke war schon 1943 zur Herstellung von Waffen geschmolzen worden. Eine Geschosskartusche aus Messing diente zum Läuten. 1952 werden neue Glocken installiert. Die Bevölkerung „kümmerte“ sich wieder um ihre Kapelle, spendete und arbeitete. Die Einrichtungen wurden gespendet.

Zum 140-Jährigen wurde nun ein Benefizkonzert veranstaltet, dessen Erlös wiederum dem Gotteshaus zugutekommen wird. Kirstin Hansen und Joachim Poppe lasen besinnliche Texte, passend zum Advent und zur Weihnachtszeit vor. Dabei wurden sie von Claus Hüttl auf seinen Hakenharfen mit sanften und kontemplativen Melodien begleitet.

Die Texte, die vorgetragen wurden, stammten aus historischen und aktuellen Schriften. Pate gestanden hatten sowohl Ernesto Cardenal mit „Wir sehen schon die Lichter“ als auch „Die Zeit der Wunder“ von Anne-Laure Bondoux.

Erzählungen in Anlehnung an die Weihnachtsgeschichte regten zum Nachdenken an, Kinder mit ihren Familien auf der Flucht erinnerten an die Herbergssuche der „Heiligen Familie“ vor 2000 Jahren.

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