Kampf gegen Rassismus im Sport als Lebensaufgabe

Von: Jörg Abels
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Jo Ecker setzt seinen 2001 begonnen Kampf gegen Rassismus und Gewalt unbeirrt fort, in diesen Tagen will er Spieler und Zuschauer der Fußball-Stadtmeisterschaft sensibilisieren. Foto: Jörg Abels

Düren. Der Kampf gegen Rassismus im Fußball beschränkt sich nicht nur auf medienwirksame Auftritte wie vor den Viertelfinalspielen der Fußball-WM in Brasilien. Für den Merkener Jo Ecker ist er längst zur Lebensaufgabe geworden: Er will das Miteinander und den Respekt im Fußball fördern, Gewalt und Rassismus von den Sportplätzen und aus den Köpfen verbannen.

Mit diesem Anspruch hat er er 2001 die Initiative „Fußballvereine gegen Rechts“ gegründet, nachdem rechtsradikale Jugendliche bei einem C-Jugendspiel des FC-Niederau Kinder ausländischer Familien angepöbelt, beleidigt und bedroht hatten.

Nach dem Verbot der rechtsextremistischen Kameradschaft Aachener Land und der Auflösung des NPD-Kreisverbands tritt die rechte Szene im Raum Düren zwar kaum mehr in Erscheinung, Ecker aber setzt seine Initiative ungebrochen fort. „Bei uns ist es zwar ruhiger geworden, dafür treten Rechtsextreme jetzt verstärkt in Dortmund und in Ostdeutschland in Erscheinung“, betont Ecker.

Es sind aber auch die emotional geprägten, meist unüberlegten Äußerungen gegen Spieler aus südlicheren Ländern auf den Fußballplätzen bis hinab in die Kreisligen, denen der Merkener den Kampf angesagt hat. Gleiches gilt für die Affengeräusche mancher Zuschauer, die sich von der Bundesliga hinab gegen dunkelhäutige Spieler richten.

Es geht ihm darum, die Menschen zu sensibilisieren, damit sie einschreiten, wenn wieder einmal rassistische Sprüche fallen und Geräusche laut werden. Dazu ermuntern soll die Aktion „4 Schrauben für Zivilcourage“. Von Schleswig-Holstein bis nach Bayern und Brandenburg haben bereits mehr als 260 Fußballvereine an den Eingängen ihrer Sportheime und Sportplätze das wetterfeste DIN A4-Schild mit der Aufschrift „Gegen Rassismus und Gewalt“ angebracht. Und täglich werden es mehr: „Ich habe aktuell noch rund 60 Schilder verschickt und warte nur noch auf das Bild, das dokumentiert, dass es auch aufgehangen worden ist“, berichtet Ecker.

„Ziel ist, dass die Vereine ein äußeres Zeichen setzen und ihren Fans, Spielern und Gästen zeigen, dass bei ihnen weder Gewalt noch Rassismus toleriert wird.“ Wer den Schiedsrichter beschimpft oder beleidigt muss schließlich auch damit rechnen, vom Platz verwiesen zu werden. Das fordert Ecker auch für alle, die sich bewusst oder unbewusst rassistisch äußern.

Ecker gibt die Schilder kostenlos an interessierte Vereine ab, unterstützt von einem Bekannten, der Drucker ist, und finanziert dies unter anderem über den mit 10.000 Euro dotierten Julius-Hirsch-Preis, mit dem der DFB schon 2008 sein Engagement gewürdigt hat.

„Der Preis hat der ganzen Initiative noch einmal einen Schub verliehen“, erinnert sich der Merkener. Auch Bundesligisten wie Werder Bremen, Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach haben sich bereits an der Aktion beteiligt und ein Schild aufgehangen. Eckers Hauptaugenmerk aber gilt den Amateurligen. Zuletzt hat der Badische Fußballverband bei Ecker ein großes Plakat angefordert, das er seinen Vereinen zur Verfügung stellt, die Turniere ausrichten.

Und auch die Politik würdigt mehr und mehr Eckers Einsatz. Im September ist der Merkener zu Gast bei Bundespräsident Joachim Gauck und 2015 ist im Rahmen der Initiative „Fußballvereine gegen Rechts“ ein Spiel der Bundestags-Elf gegen eine Prominenten-Auswahl im Kreis Düren geplant, verrät Ecker.

In diesen Tagen hängen seine Banner am Lendersdorfer Sportplatz, auf dem die Fußball-Stadtmeisterschaft ausgetragen wird. „Ich habe das Gefühl, das Spiele, bei denen sich die Teams mit dem Plakat fotografieren lassen, ruhiger verlaufen“, hat Ecker festgestellt. Das spornt ihn an, sich weiter zu engagieren und neue Aktionen zu organisieren.

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