Düren - Kammermusik: Trio Oreade begeistert mit Haydn und Dvoák

Kammermusik: Trio Oreade begeistert mit Haydn und Dvoák

Von: Gudrun Klinkhammer
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Die Profimusikerinnen Yukiko Ishibashi, Christine Hu und Ursula Sarnthein (von links) aus Zürich gaben am Sonntagabend auf Schloss Burgau ein Kammerkonzert. Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. Mit geschlossenen Augen kam stellenweise die Vermutung auf, ein ganzes Streichorchester spiele auf allerhöchstem Niveau im Kammermusiksaal von Schloss Burgau im Dürener Stadtteil Niederau. Derart raumgreifend, voll und perfekt waren die Klänge des Trios Oreade, das am Sonntagabend vor nahezu voll besetzten Reihen konzertierte.

Der Titel des Abends lautete „Neo und Klassisch – Original und Originell“. Natürlich trug auch die ausgezeichnete Akustik im Raum zum Gelingen des Konzerts bei und spielte eine nicht unwesentliche Rolle. Doch in erster Linie waren es die hervorragenden Musikerinnen, die ein Spiel auf internationaler Klasse präsentierten.

Vier große Komponisten

Herrliche Werke von vier großen Komponisten standen auf dem Programm: Josph Haydn, Ludwig van Beethoven, Antonin Dvoák und Bohuslav Martinu. Richtig in Schwung kamen die Damen etwa in den schnellen Sätzen des „Streichtrios op 9. Nr. 1 G-Dur“, komponiert von Ludwig van Beethoven. Eine unglaubliche Präzision im Zusammenspiel, in Akzentuierung und Phrasierung machte das Vorgetragene zum absoluten Hörgenuss.

Damit wurden die drei Saitenspezialistinnen dem Werk des jungen Beethovens absolut gerecht, in dem die große Kunst des Meisters schon deutlich zum Vorschein kommt: schnell wechselnde Stimmungen, völlig überraschend kippende Passagen, die nur wegen eines einzelnen Tons plötzlich von moll nach Dur umgekehrt werden.

Klanglicher Gegenpart

Die sehr romantisch veranlagte Geigerin Yukiko Ishibashi übernahm gekonnt die Führung, den klanglichen Gegenpart fand ihr Spiel immer wieder in den temperamentvollen und sehr sensibel vorgetragenen Passagen von Cellistin Christine Hu. Ursula Sarnthein komplettierte das Trio mit dem weichen und dennoch intensiven Klang ihrer Viola.

Ursula Sarnthein, eine geborene Harfenrichter, stammt aus Huchem-Stammeln. Sie absolvierte ihre Grundausbildung an der Musikschule Düren, wie Konzertinitiator Johannes Esser, ehemals Leiter der Musikschule, am Rande der Veranstaltung nicht ohne Stolz berichtete.

Von Düren nach Zürich

Inzwischen lebt und arbeitet Ursula Sarnthein, wie die anderen beiden Musikerinnen auch, in Zürich in der Schweiz. Das Trio Oreade fand 2012 zur jetzigen Formation zusammen. Seither feilen die drei Profimusikerinnen an möglichst durchdachten Programmen und versuchen in ihren Konzerten, Altes mit Neuem in Beziehung zu bringen.

Besonders schön: der sehr informativ und übersichtlich gestaltete Programmflyer. Er ersetzte eine Moderation vollwertig und überließ ausschließlich der Musik den Raum. Reichhaltiger und verdienter Applaus war dem Trio nach jedem Werk sicher.

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