Kameraüberwachung in der Bahnunterführung?

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Viele Frauen fühlen sich in der Unterführung nicht wohl, der Verein „Frauen helfen Frauen“ fordert eine Kameraüberwachung. Foto: smb

Düren. Die Bahnunterführung zwischen dem Haus der Stadt und dem Stadtcenter ist für viele Frauen kein angenehmer Verbindungsweg. Vor allem bei Dunkelheit fühlen sich viele Frauen in der Unterführung unwohl, aber auch am Tag geht nicht jede gerne hindurch.

„Die Bahnunterführung ist vielen Frauen irgendwie unheimlich. Sie fühlen sich nicht wohl, wenn sie alleine hindurchgehen“, weiß Petra Müller vom Verein „Frauen helfen Frauen“.

Farbe reicht nicht

Auch zur Beratungsstelle würden viele Frauen den Weg durch die Passage wählen. Das Unwohlsein sei immer wieder Thema in den Gesprächen. Wegen des unguten Gefühls, das viele Frauen dort hätten, aber auch weil im Umfeld des Bahnhofes immer wieder Frauen überfallen würden, fordert „Frauen helfen Frauen“ eine Kameraüberwachung der Bahnunterführung.

Alleine mit Farbe an den Wänden lässt sich das Problem nach Ansicht von Petra Müller und Sonja Waltl nicht lösen. „Das Thema kommt auf, dann versinkt es wieder. Wir brauchen hier aber eine Lösung“, sagt Sonja Waltl. Im Oktober vergangenen Jahres wurde eine Frau in der Unterführung überfallen.

Auf Nachfrage der DZ hat die Polizei in ihre Statistik geschaut und herausgefunden, dass es im Umfeld der Unterführung und des Langemarckparks in den vergangenen Jahren zwar Fälle von Raub, Diebstahl, Drogendelikten gegeben hat, die Unterführung als exakte Ortsbestimmung aber nur einmal auftaucht. Allerdings handelt es sich nach Angaben der Polizei nicht um einen Kriminalitätsschwerpunkt.

„Gerade bei einer solchen Unterführung spielt jedoch das subjektive Sicherheitsgefühl eine große Rolle“, wissen die Experten.

Beides – die subjektive Sicherheit und die tatsächliche Sicherheit – soll sich nach dem Vorschlag von Frauen helfen Frauen mit einer Kameraüberwachung erhöhen.

Zuständig wäre in diesem Fall die Stadt Düren. „Ob eine solche Kameraüberwachung zulässig wäre, müsste natürlich rechtlich überprüft werden“, erklärt Stadtsprecher Helmut Göddertz auf Nachfrage unserer Zeitung. Er verweist jedoch auch darauf, dass sich im Zuge des Masterplanprozesses auch in diesem Bereich künftig etwas tun soll. „Es soll ein neues Lichtkonzept für diesen Bereich geben.“

Nicht flächendeckend

Die Vertreterinnen von Frauen helfen Frauen wissen um die Bedenken, die viele Menschen gegenüber einer Kameraüberwachung haben. „Wir sind auch nicht dafür, dass die Stadt flächendeckend mit Kameras ausgestattet wird. Und Daten müssen ja auch nicht lange gespeichert werden. Aber an dieser Stelle muss etwas passieren.“

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