Kalle Pohl: Quetschbüggel mit zwei Füßen kommt zum Heimspiel

Von: Axel Keldenich
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Unterstützung erhielt Kalle Pohl bei seinem Soloauftritt von Schaf Dolores, mit dem er immer wieder Zwiesprache hielt. Foto: Axel Keldenich

Düren. Wenn Väter ihren Söhnen empfehlen, „was Ordentliches zu lernen“, denken sie meistens an einen Handwerksberuf oder irgendetwas, was zum Eintritt ins Beamtentum berechtigt. Bei Kalle Pohls Vater war das anders, jedenfalls wenn sein Sohn sich richtig erinnert.

Der Vater habe ihm geraten, Bademeister zu werden, denn „geschwommen wird immer.“ Die Szene aus Kalle Pohls Jugend muss sich wohl in Merzenich abgespielt haben, denn dort ist der Comedian, der mit seinem Programm „Selfi in Delfi“ jetzt im Dürener „Komm“-Zentrum auftrat, aufgewachsen. Wie er selber gern betont: Nicht etwa „groß geworden“.

Mit seiner geringen Körpergröße kokettiert er auch beim Heimspiel m Dürener Komm gerne. Wenn er früher Garagenkonzerte mit seiner Ziehharmonika gegeben habe, habe es immer geheißen: „Guck mal, ne Quetschbüggel mit zwei Füßen“.

Inzwischen erkennt man ihn denn doch deutlich hinter seinem Lieblingsinstrument, zu dem er auch beim Dürener Auftritt immer wieder kurze Liedbeiträge einstreut. Wenn es um die Urlaubs-Animateure Heike, Maike und Max geht, bringt er die Zuschauer auch einmal dazu, den Refrain mitzusingen. Knapp anderthalb Stunden steht er ansonsten allein auf der Bühne.

Obwohl: Ein wenig Unterstützung bekommt er von seinem Plüsch-Schaf Dolores, mit dem er bisweilen Zwiesprache hält, und natürlich von seinem Vetter Hein Spack, dem Held vieler Gags. Spack war auch in Delfi, wo er ein Selfi machte, und die Lottozahlen der nächsten Woche erfahren wollte. Von wem? Natürlich vom berühmten Orakel, das er zunächst für einen Tintenfisch hielt.

Ansonsten blödelte Pohl sich durch die verschiedensten Themenfelder wie beispielsweise Kochshows. Dort verpasst ständig die Pointen, weil er als Rheinländer daran gewohnt ist, durch einen Tusch darauf hingewiesen zu werden, wann er lachen muss. Das musste sein Publikum nicht, das ihm immer wieder Szenenapplaus spendierte.

So auch, als Pohl sich darüber ausließ, wie viele „Unbefugte“ es im deutschen Behörden- und Vorschriften-Dschungel gibt. Sein Fazit: „Ich werde Sie jetzt ein wenig Be-Unfugen.“

Das tat er mit Engagement, Witz und Situationskomik und verdiente sich damit zu Recht anhaltenden Applaus, ehe er nach zwei Zugaben nach Hause durfte. Mit diesem Beifalls honorierten die Besucher auch, das Kalle Pohl in seinem neuen Programm facettenreicher und komischer unterwegs ist denn je und gefühlvoll ergreifend komische Lieder zum Akkordeon präsentierte, die Weltpremiere seines Musicals aufführte und eine klassische Ballettnummer mit Schaf aufs Parkett legte.

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