Kaiserplatz: Terminkollision während Fußball-EM

Von: Jörg Abels
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Düren. Was war das 2008 für ein Fußballfest auf dem Kaiserplatz, emotional und friedlich: 4000 deutsche und türkische Fans verfolgten gemeinsam auf zwei Großleinwänden den 3:2-Sieg der deutschen Elf im EM-Halbfinale.

Im kommenden Sommer könnte ein ähnlich buntes Fußballfest steigen. Die deutsche und die türkische Nationalmannschaft haben sich erneut für die Fußball-EM qualifiziert und Gastronom Gerd Suhr möchte auch wieder „Public Viewing“ auf dem Kaiserplatz anbieten.

Allerdings gibt es ein Problem: Der Jazzclub will die Jazztage anders als in diesem Jahr aufgrund der späteren Sommerferien nicht mehr im August veranstalten, sondern bereits vom 29. Juni bis zum 3. Juli – genau in dem Zeitraum, in dem in Frankreich die Viertelfinalbegegnungen stattfinden werden.

„Unser Termin ist seit zwei Monaten bekannt, ‚Public Viewing‘ kann ja auch auf einem anderen Platz stattfinden“, bezieht der Jazzclub-Vorsitzende Rolf Delhougne Position. Er schlägt als Ausweichorte für die Großleinwände den Platz vor dem Hoesch-Museum oder den Willy-Brandt-Park vor.

„Entweder, oder!“

Alternativen, die für Suhr indiskutabel sind. „Wir haben mit der Stadt erst 2014 viel Geld in die Hand genommen, um ein Sicherheits- und Brandschutzkonzept für den Kaiserplatz zu erstellen und werden jetzt sicher nicht abermals in ein Konzept für einen anderen Platz investieren“, kontert er. „Entweder wir können auf dem Kaiserplatz bleiben oder ich werde kein ‚Public Viewing‘ anbieten.“

Auf eine Übertragung der Viertelfinalspiele am Freitag- und Samstagabend zugunsten der Jazztage zu verzichten, kommt für Suhr schon aus finanziellen Gründen nicht infrage. „Aber was glauben Sie denn, wer an einem solchen Abend zu den Jazztagen gehen würde, sollte parallel die deutsche Elf spielen?“, fragt Suhr. Der Jazzclub könne es ja darauf ankommen lassen und eine Bühne auf dem Markt errichten. „Beim Stadtfest ist es ja auch möglich, die Bühne freitagnachts wieder abzubauen, damit der Wochenmarkt stattfinden kann.“

Aus Suhrs Sicht wäre das für den Jazzclub auch eine Chance, sich auf 2017 vorzubereiten, wenn der Kaiserplatz im Zuge des im Masterplan vorgesehenen Umbaus überhaupt nicht zur Verfügung stehen wird. Offen ist in diesem Zusammenhang ohnehin noch die Frage, ob Großveranstaltungen ab 2017 überhaupt noch vor dem Rathaus stattfinden sollen. Die Fronten scheinen verhärtet. Noch hat die Stadt keine der beiden Veranstaltungen für 2016 genehmigt.

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