Düren - Kai Magnus Sting ist der Liebling der Spaßgesellschaft

Kai Magnus Sting ist der Liebling der Spaßgesellschaft

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Publikumsliebling: Kai Magnus Sting glänzte.

Düren. Sting elektrisierte die Zuschauer im Haus der Stadt. Nicht der Police-Star war es, sondern sein Namensvetter aus Duisburg, dessen zweiter Vorname „Magnus” seinen Stellenwert bei der Eröffnungsrevue zu den Spaßgesellschaftsabenden kennzeichnete. Er avancierte zum Publikumsliebling, aktivierte das Zwerchfell, das bis zu seinem Auftritt einen eher geruhsamen Abend erlebt hatte.

Temperamentvoll schilderte Kai Magnus Sting den Beziehungsalltag, kämpfte gegen Radtouren zu Zielen, die seine bessere Hälfte mit „Mal gucken” und „mal schauen” angab. Gekonnt spielte er mit Klischees, dachte an Handwerker und ihre Rechnungen, als er ein undefinierbares Geräusch am Frühstückstisch hörte, um dann zu entdecken, dass „Sie” mit ihm gesprochen hatte. Eine Welle aus Sprachakrobatik und Wortspielen schwappte durch den ausverkauften Saal und löste Lachsalven aus.

Sting hatte den kabarettistischen Biss, den man auch von Käthe Lachmann erwartet hatte. Die preisgekrönte Komödiantin wirkte gebremst und produzierte nur zeitweise ansteckende Fröhlichkeit. Stark allerdings ihr Auftritt mit der „Nasengitarre”, als sie eine Melodie ihren Nasenlöchern entlockte und die „Ghost Riders” durch den Saal galoppieren ließ.

„Ars vitalis” hingegen entführte in surreale Klangwelten. Da kamen skurille Töne aus Saxofon und Klarinette, die Gitarre entschwebte ins Absurde, und der Schlagzeuger bearbeitete sein Instrument mit Handfegern. Ein unwirklich wirkender Mix aus Jazz, Klezmer oder Rock wurde zum musikalischen Chaos, ein Eindruck, der durch die minimalistischen Gesten der Protagonisten noch verstärkt wurde. Eine musikalische Humoreske für alle, die das Außergewöhnliche mögen.

Sie kamen auch bei der Vorstellung des „Bundeskabaretts” auf ihre Kosten. Gestandene Männer in Ganzkörper-Bodies, die ballettartig über die Bühne hüpften und dabei doch eigentlich die Welt verbessern wollen. Einer Mixtur aus Kabarett und Standup-Comedy. Irgendwo dazwischen bewegten sich die Moderatoren der Jubiläumsshow zum zehnjährigen Bestehen der Spaßgesellschaftsabende. Piet Klocke und Mirja Boes hatten wohl den Draht zueinander noch nicht gefunden. Er sprach sogar ganze Sätze, während sie, bekannt als scharfzüngige Schnellsprecherin, es überraschend zahm angehen ließ. Viel Applaus gab es für die Newcomer des Abends. Matthias Reuter unterhielt musikalisch mit absurden Anekdoten, während Carolin Kebekus sich Köln annahm und Lokalkolorit ausbreitete. Ein Spaßgesellschaftsabend mit viel Licht, aber auch einigem Schatten.

Zu sehen sind die Protagonisten der von den Stadtwerken Düren präsentierten Gala auch in Einzelauftritten im Komm-Zentrum (jeweils 20 Uhr): Käthe Lachmann am Sonntag, 7., und Dienstag, 9. November, Ars Vitalis am Montag, 15. November, Kai Magnus Sting am Montag, 22. November, und das Bundeskabarett am Dienstag, 30. November.
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