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Kämpfe im Irak: Erlebnisse berichteten von Krieg und Zerstörung

Von: Hendrik Buch
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Manfred Kutsch und Daniela Terhorst von der Dürener UNICEF-Gruppe erzählen von den schrecklichen Erlebnissen des Journalisten im irakischen Bürgerkrieg. Foto: Hendrik Buch

Düren. „Manchmal brauchten wir selber etwas Luft“, erinnert sich Manfred Kutsch. Dann seien sie in die „Child-Friendly-Areas“ gegangen – eigene UNICEF-Schutzzonen innerhalb der Flüchtlingslager im Nordirak extra für Kinder. „Es tat einfach gut zu sehen, wie schnell Kinder wieder einfach Kinder sein können und gedankenlos Spaß haben“, erklärte er.

Zwei Wochen war der Journalist des Aachener Zeitungsverlages im Oktober des vergangenen Jahres im irakischen Kurdengebiet unterwegs.

In einem zweistündigen Vortrag berichtete Kutsch in den Räumen der Sparkasse Düren über seine Reise. Wie schon in seiner verlagsweiten Serie „Kinder auf der Flucht – wir helfen vor Ort“ warb er auch dort eindringlich um Spenden für Unicef. Seine Erlebnisse berichteten von Krieg, Zerstörung und vor allem von vielen Einzelschicksalen.

Seine Erzählung unterstrich er mit zahlreichen Bildern seiner Reise in das arabische Land: eindrucksvolle Aufnahmen von Feldern voller Kriegsgerät, Städten, die in Schutt und Asche liegen, Menschen, jungen wie alten, die unter dem Krieg leiden.

Die schiere Menge an Episoden, die Manfred Kutsch in diesen 14 Tagen erlebte, überraschte und bewegte. Besonders eindrücklich waren vor allem die Berichte über Kinder: über Mohammed, den die Hinrichtungen in seinem Heimatort mehr umtrieben als seine verlorenen Unterarme; über drei traumatisierte Geschwister, die mit ihren toten Eltern auf der Rückbank das Flüchtlingslager erreichten – eine Botschaft der Islamisten; oder dem Bericht über Abdullah, der mit der Waffe am Kopf seinen Vater der Hinrichtung preisgeben musste.

Leicht verdaulich war dieser Abend gewiss nicht. Aber gerade weil die Themen Krieg und radikaler Islamismus heute teilweise übererzählt scheinen, erinnerte Kutsch: „Während wir hier sitzen, tobt in Mossul ein erbarmungsloser Häuserkampf mit hundert- tausenden Zivilisten mittendrin. Alles was ich erlebt habe, geschieht jeden Tag wieder.“

In all dem Chaos habe es jedoch gleichzeitig immer wieder Momente gegeben, die nur positiv gewesen seien: „Wenn wir Kinder zur Schule begleitet haben, waren sie glücklich“, unterstrich er. Momente, die aber nur durch internationale Hilfe und Spenden zu verwirklichen waren.

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