Kabarettistin Teubner: Männer brauchen eben Grenzen

Von: Dietmar Engels
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Überzeugte das „Versuchspublikum“ bei der Vorpremiere ihres neuen Programms, Tina Teubner, die wie gewohnt von Ben Süverkrüp am Klavier begleitet wurde. Foto: Dietmar Engels

Düren. Die Kabarettfreunde im voll besetzten „Komm“-Zentrum waren wieder einmal „Versuchspublikum“: Es hat schon Tradition, dass Tina Teubner in Düren ihr neues Programm in einer Vorpremiere testet. Unfertig wirkte aber nun wahrlich nichts, was zu hören und zu sehen war. Tina Teubner und ihr Pianist Ben Süverkrüp lieferten eine kurzweilige, höchst amüsante Show mit gelegentlichen Ausflügen ins Ernste ab.

„Wenn Du mich verlässt, komm‘ ich mit“ ist das inzwischen bereits 13. Programm der gefeierten und vielfach ausgezeichneten Kabarettistin überschrieben. „Im Gegensatz zu meinem Mann bin ich nämlich glücklich verheiratet“, erklärte Tina Teuber. Im Fall des Falles würde sie ihrem Liebsten ein bestimmtes „Nix da, du bleibst!“ entgegenschleudern. Sie weiß im Übrigen schon lange: „Männer brauchen Grenzen“ – so der Titel des von ihr mit viel Augenzwinkern verfassten Ratgebers, der voriges Jahr erschienen ist.

„Manchmal geht es einfach nicht ohne einen ordentlicher Ehekrach“, weiß Teubner – und bricht prompt ein Streitgespräch mit Ben Süverkrüp vom Zaun, bei dem sie natürlich die Oberhand behält. Zornig und entsetzlich schräg spielt sie dazu die ersten Takte von Mozarts „Kleine Nachtmusik“ auf der Violine. Die Kabarettistin ist eine ausgezeichnete Sängerin und Musikerin. Die studierte Geigerin greift auch zur Ukulele und entlockt einer Säge mit dem Geigenbogen melancholische Töne. Ihre Lieder sind vorwiegend heiter bis albern, regen aber zum Teil auch zur Nachdenklichkeit an. Themen sind etwa das Mutterglück und –leid, Abschied und – na klar – die Liebe.

Ein „Feuerwerk der schlechten Laune“ droht Tina Teubner zu Beginn an. Das genaue Gegenteil tritt selbstverständlich ein und begeistert das lebhaft applaudierende Publikum. Ihre Pointen sitzen und die vermeintlich gnadenlose Abrechnung mit dem männlichen Teil der Menschheit fällt nie bösartig aus, geschweige denn kommt sie auch nur in die Nähe der Gürtellinie. Nebenbei rechnet sie auch mit Gesundheitsaposteln, allzu ehrgeizigen Eltern, dem Fitnesswahn und gelegentlich auch mit Politikern ab.

Ben Süverkrüp hat im neuen Programm ein längeres Solo. Es ist ein wilder, perfekt und sehr abwechslungsreich intonierter Ritt durch die Musikgeschichte mit satirischen Seitenhieben auf die allgegenwärtigen modernen Medien. Tosenden Beifall erhielt der professionelle Pianist und Sänger für die Einlage, die weit mehr als ein bloßer „Pausenfüller“ ist. Tina Teubner rät den Zuhörern am Schluss, nicht alles ernst zu nehmen und vielmehr positiv zu denken: „Lasst uns die Stradivari unter den Arschgeigen sein!“.

Ihr nächster Auftritt im „Komm“-Zentrum ist schon terminiert: 22. Mai 2017.

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