Nideggen - Kabarettistin Sabine Domogala „umarmt Schwächen“

Kabarettistin Sabine Domogala „umarmt Schwächen“

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
10228376.jpg
mmer in Bewegung in Ganzkörpersprache: Sabine Domogala „therapierte“ gestenreich, mit ausgeprägter Mimik und intelligentem Wortschatz die Alltagsprobleme der Gäste im Burgenmuseum. Foto: bel

Nideggen. Immer wieder, fast täglich, treten Probleme auf, die es zu bewältigen gilt. Man sollte jedoch – so verkündete es Kabarettistin Sabine Domogala im Nideggener Burgenmuseum im Rahmen der „Gespräche im Turm“ – die passende Therapie einsetzen.

Und die ist offenbar erlernbar, denn die Bonner Künstlerin ist mit ihrem Programm „Schwächen umarmen“ bundesweit erfolgreich.

Unwägbarkeiten des Alltags

Die Besucher im Bergfried der Nideggener Burg genossen es hörbar, dass vor ihnen jemand die Unwägbarkeiten des Alltags anpackte und sie in einem „Sorgensack“ verstaute. Das Rezept Domogalas: „Sorge dich nicht. Steck‘ die Probleme in das kleine gehäkelte Säckchen, schnüre es zu, schmeiß es auf die Erde und tritt drauf!“ Sabine Domogala hatte natürlich – wie konnte es anders sein – die Häkelanleitung dabei.

Die Wortkünstlerin blieb nie in der Theorie gefangen, sondern sie hatte für jede Behauptung lebendige Beispiele parat. So wird sie frühmorgens von einer lauten Vogelschar geweckt. An Weiterschlafen, so erzählt sie, sei nicht mehr zu denken gewesen. Sie erinnert sich an die Igelstellung, die für Entspannung sorgt. Stehend geht sie neben ihrem Bett in die Hocke. Fest umschließen ihre Arme den Oberkörper. Doch der Erfolg bleibt aus. Sie ist immer noch angespannt. Ein Schuss – woher auch immer – fällt. Ruhe vor dem Fenster.

Die Schlussfolgerung: Die einfachste Lösung wählen, seinem Impuls folgen und handeln! Sabine Domogala kauft ein Gewehr. Wochen später erlebt sie, wie sich zwei Nachbarn, bewaffnet mit Wasserschlauch und glühender Grillzange, bedrohen. Gut gemeinte Worte ihrerseits verpuffen. Domogala folgt ihrem Impuls. Sie geht in ihre Wohnung und feuert vom Balkon aus mit ihrem Gewehr in die Luft. Stille weit und breit. „Jetzt haben die beiden Nachbarn auch jeder ein Gewehr“, beendet sie ihren Bericht.

Die Zuhörer im Burgturm sind begeistert ob dieser skurrilen Ausführungen. Die Kabarettistin nimmt gezielt und mit intelligentem Humor die Schar der Motivationstrainer und Scheintherapeuten auf die Schippe.

Die Grundtendenz der Ausführungen klingt – nicht ernst gemeint – positiv. „Sagen Sie Ja zu Dellen! Sagen Sie dem Geschädigten, dessen teure Vase sie zerdeppert haben, dass er sich auch trennen können muss!“, fordert sie zur Freude des Publikums.

Patienten sollten auch bei der Blutabnahme an die Entspannungsübung „Igel“ denken, „denn der Arzt, nicht Sie, muss ja die Vene finden!“

Moderiert wurde die zweiteilige Veranstaltung aus Kabarett und anschließendem Gespräch mit der Künstlerin von Luzia Schlösser, der Leiterin des Burgenmuseums, und Elke Ricken-Melchert, die das „Amt für Familie, Senioren und Soziales“ des Kreises Düren vertrat.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert