Kabarettistin Monika Blankenberg überzeugt mit ihrem Programm

Von: bel
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In der Rolle der Oma schilderte Monika Blankenberg Begebenheiten im Alltag einer Frau „Unter Hundert)“. Foto: bel

Kreuzau-Schneidhausen. Das Ambiente in Haus Welk ist einladend und gemütlich. Wohnzimmer-Atmosphäre. Im Fokus steht die improvisierte Bühne, von der aus Kabarettistin Monika Blankenberg die vielen Gäste, meist Frauen unterhalten wird.

Aus rotem „Panne Samt“ alias Plüsch ist der riesige Vorhang, vor der die Kölner Künstlerin agiert. Zuschauer- und Gastraum strahlen eine kreative Lebendigkeit aus, wo Holzskulpturen und Holzmasken von Bildhauer Bouchta Ouali, seit Sommer vergangenen Jahres Hausherr in Haus Welk, das Geschehen beobachten.

„Altern ist nichts für Feiglinge“. Unter diesem Motto lässt die Kabarettistin vor den Ohren und Augen der Besucher ihre Biografie in Bildern und Metaphern ablaufen. Sie stellt fest, dass Frauen, etwas seltener Männer, ganze Industriezweige unterhalten. Warum? Frauen wollen auch im Alter sichtbar bleiben, wollen sich nicht verkriechen. Auch Frauen jenseits der Dreißig tue es gut, wenn ihnen an einer Baustelle hinterher gepfiffen würde. Fakt: Ab etwa dem 30. Lebensjahr, weiß die Künstlerin aus eigener Erfahrung, arbeiten die Maurer weiter.

Neben treffenden, urkomisch-witzigen Vergleichen, die das Publikum permanent zu Lachsalven und spontanem Applaus reizen, erzielen viele Worte und Sätze Blankenbergs Nachdenkenswertes, Philosophisches: „Der Alterungsprozess setzt bei der Geburt ein.“ Ein unschlagbarer Satz, weil beweisbar. Die Kabarettistin möchte, dass alle Menschen, besonders ihre Geschlechtsgenossinnen, trotz der vielen Stolpersteine, die das Altern mit sich bringt, ihr Leben genießen. „Man muss leben und altern gleichzeitig“, fordert sie. „Leben tu ich wahnsinnig gern!“

Blankenberg dekliniert mit ihren Gästen die Altersstufen vom 18. Geburtstag bis Mitte Fünfzig durch. Zum 18. Geburtstag kann man die Kerzen auf dem Geburtstagskuchen noch gut auspusten. Ab etwa dem fünften Jahrzehnt ginge das nur noch mit Anlauf aus dem Badezimmer. Jedes weitere Jahrzehnt wird schlimmer, die Kosmetik- und Ratgeberproduzenten werden reicher. Botox und Silicon schleichen sich in das Leben der Frauen. Die Frauen, aber auch die Männer, sollten wieder auf ihren Verstand, ihre Intelligenz und ihr Bauchgefühl bauen, wünschte sich die Künstlerin. Alternde Leute sollten wieder mehr ihre eigene „Seele streicheln“, sich Zeit nehmen für ihr Leben.

Gegen Ende der Veranstaltung schlüpft Monika Blankenberg vor den Gästen mit Outfit, Mimik, Gestik und Sprache in die Rolle der über 90-jährigen Oma Anna. Mit schauspielerischer Hochleistung lässt sie die Oma Ereignisse aus ihrem Alltag erzählen. Die alte Frau schildert, wie ein junger Mann ihr in die Wanne hilft. Ihre „Karosserie“ allerdings putzt sie noch selbst. Vergnüglich und feinsinnig, Nachdenkenswertes über das Leben und das Altern. Bald folgt der zweite Teil des Programms für Menschen ab 60 Jahren.

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