Kabarettistin: „Die alten Frauen verkaufen sich nicht“

Von: gkli
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Die Kabarettistin Monika Blankenberg hieß die Gäste auf dem „Obstbaum des Lebens“ willkommen. Foto: Gudrun Klinkhammer

Heimbach. „Ab wann ist man alt? Klingelt irgendwann jemand an der Tür und sagt: Du bist jetzt alt!?“ Bevor die Kabarettistin Monika Blankenberg mit ihrem Programm „Altern ist nichts für Feiglinge/Teil II“ die Bühne im „Kulturtreff 69“ in Heimbach betrat, sinnierte Hausherr Karl-Heinz Augustinynak während seiner Begrüßungsansprache laut zum Thema. Er kam zu dem Schluss: „Jung sein ist eine Geisteshaltung.“ Der Verein „Die jungen Alten“ in Heimbach sei der beste Beweis dafür.

Sie berichtete trocken, wie sie vor neun Jahren bei einem Verantwortlichen der Unterhaltungsbranche vorsprach und dieser mit Verwunderung und Verachtung äußerte: „Dass man so alte Frauen überhaupt noch auf die Bühne lässt, Frauen verkaufen sich nicht.“ Blöd für ihn, dass der Junge keine Ahnung hatte. Das Programm, mit dem Monika Blankenberg seit Monaten durch Städte und über Land zieht, erlebt den zweiten Teil seiner Auflage und ist mit 550 Auftritten ihr – nach eigenen Angaben – bisher erfolgreichstes Programm.

Teil III ist im Werden begriffen und wird den Titel tragen: „Bleiben Sie jung beim Älterwerden.“ Wie dem auch sei, Blankenberg begrüßte ihr Publikum mit den Worten: „Herzlich willkommen auf dem Obstbaum des Lebens.“ Von knackig bis Fallobst, irgendwann stelle sich beim Blick in den Spiegel die Frage: „Was ist mit diesem Gesicht passiert?“ Die Wirtschaft wird angekurbelt, dem Jugendwahn hinterhergehechelt. Im Januar zum eigenen Geburtstag wird der Schwur geleistet, mehr und regelmäßiger Sport zu treiben, doch dann sei plötzlich schon wieder Dezember.

Veränderung und rasantes Zeitgeschehen

Nach und nach verließ Monika Blankenberg die Betrachtung ihrer eigenen Person und richtete den Blick auf ihr Umfeld und die dortige Veränderung. Telefonzellen, schnurloses Telefon, Handys in Kofferform, Smartphone – Veränderung und rasantes Zeitgeschehen an allen Ecken und Kanten. Kids, die nur in Abkürzungen schreiben: „BFF – Best Friends Forever; Tabus – Tausend Bussis“.

Natürlich begutachtet die betagtere Frau auch die Männer pausenlos und beneidend: „Bei den Frauen heißt das ,Klimakterium‘, das klingt nach Intensivstation. Bei den Männern heißt es ,Midlife Crisis‘, das klingt nach Leben.“

Dabei sei alles nur halb so wild. Das Problem berge die Angstmacherei und dass der Mensch an sich das Schlechte viel mehr annehme als das Gute. Religionen, Ernährungssektor, Intoleranz, sprechende Spiegel, Hormonkoller, wie beim Sex aus „Quickies“ „Longies“ werden und elitäre Kochsendungen der Marke „Leckeres aus der Schnabeltasse“ – die Palette der Monika Blankenberg alias Oma Anna ist auf der Bühne sehr breit gefächert.

Mit viel Wortwitz, kraftvollen Geistesblitzen und schauspielerischem Können hält sie ihr Publikum in Atem. Den Besuchern gefiel das Gesehene ausgezeichnet, immer wieder gab es schon während der Vorstellung herzlichen und anerkennenden Zwischenapplaus.

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