Kabarettist Jupp Hammerschmidt begeistert mit neuem Programm

Von: Gudrun Klinkhammer
Letzte Aktualisierung:
11584727.jpg
Jupp Hammerschmidt gastierte mit seinem neuen Soloprogramm „Der Ritt auf dem Bohnerblock“ in Nideggen. Foto: gkli

Nideggen. Jupp Hammerschmidt kann erzählen, stundenlang. Mit seinem vierten Soloprogramm „Der Ritt auf dem Bohnerblock“ ist er derzeit unterwegs. Einige Aufführungen absolvierte er bereits im Grenzraum, im Kreis Düren gastierte er mit diesem Programm am Freitagabend zum ersten Mal.

Im Atelier von Muna Götze in Nideggen präsentierte der Kabarettist aus Höfen die Eifel und die Eifeler von der Urform bis heute in seiner ihm ganz eigenen Art. Wobei die zeitliche Wandlung in der Eifel ja nicht unbedingt derart rasant verläuft wie in anderen Landstrichen oder gar in den Ballungsräumen.

Die Eifel als weißer Fleck auf der Landkarte. „Sie ist kalt, manchmal noch kälter, die Eifeler sind alt, manchmal noch älter; viel Gegend, viel Wald, die Eifel ist kalt“, sang Hammerschmidt in original Eifeler Satzmelodie seinen amüsierten Zuschauern vor.

Bildreiche Schilderung

Was den Kabarettisten unter anderem auszeichnet, ist die detail- und bildreiche Schilderung, die er abliefert. Beschreibt er Szenen eben um den Bohnerblock, die Agfa „Silette“ mit Selbstauslöser oder auch die Kaffeemühle, dann erscheint vor dem geistigen Auge des Zuhörers plötzlich ein Film und er kann exakt nachvollziehen, was die Eifel ausmacht – eine liebevolle, manchmal ein wenig ungelenk wirkende Herzlichkeit, die in der Fremde ihres gleichen sucht.

Gelegentlich wirft Jupp Hammerschmidt auch ein Scheinwerferlicht auf die Sprache. „,Du hättest nicht geboren werden sollen‘, das ist Präservativ Imperfekt“, witzelte er in die Runde. Den Eifeler an sich beschreibt er als wachen, hellen Kopf, der viel Kaffee trinkt und der sich gerne der Poesie widmet.

Gelegentlich untermalt Hammerschmidt diesen ausgeprägten Hang zur Landliteratur mit Beispielen. Sein „Paarhuferzyklus“ ist ein Kabinettstück der Wortakrobatik. Gedanklich reizt er sein Publikum mit Sätzen wie: „Wenn ich mir vornehme, nichts zu schaffen, und ich schaffe das, habe ich dann etwas geschafft oder nicht?“

48 Kreuzwege an einem Tag?

Einen Knirps mit Schlägermütze, Hosenträgern, einem cremeweißen Hemd, einer braun abgewetzten Hose und derben Schuhen sah man vor sich, als Hammerschmidt von Försters Artur berichtete. Nach eigenen Angaben schaffte Försters Artur 48 Kreuzwege an einem einzigen Tag. Spätere Vermutungen in der Eifeler Bevölkerung gingen allerdings dahin, dass Försters Artur geflunkert hatte. Saß er doch an Karsamstag verdächtig lange im Beichtstuhl.

Keilhosen, französische Worte, Sparsamkeit, Eierlikör, die neue Sommermode, die immer zu Ostern in der Kirche vorgeführt wird, egal wie kalt es draußen ist oder auch verfeindete Eifeldörfer untereinander – die Gäste hingen begeistert an den Lippen des Kabarettisten und Buchautoren und spendeten viel Applaus.

Zu seiner Arbeit und Vorgehensweise sagt der Künstler während der Veranstaltungspause: „Alle diese Geschichten, die ich vortrage, habe ich im Kopf. Um sie nicht zu vergessen, arbeite ich sie auf und erwecke sie zum Leben. Manchmal dichte ich auch ein wenig dazu.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert