Düren - Kabarettist Gernot Volt wühlt sich durch staubtrockene Aktenberge

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Kabarettist Gernot Volt wühlt sich durch staubtrockene Aktenberge

Von: Gudrun Klinkhammer
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Gernot Voltz alias Oberamtsrat Heuser sorgte für einen heiteren Abend mit an sich furztrockenem Stoff im Kulturzentrum Komm. Foto: gkli

Düren. Dieser Mann besitzt die Ausstrahlung einer Büroklammer: Herr Heuser vom Finanzamt. Alles eine Farbe: die beige Popelinjacke, der Pepitahut, der graue Schnäutzer und die aschfahle Gesichtshaut.

Die Aura schwindet nicht, entblättert sich Herr Oberamtsrat. Das karierte Hemd und die konterkarierte, geblümte Krawatte reißen den Eindruck nicht raus. Unterhaltsam dagegen, wenn auch manchmal etwas platt, was Kabarettist Gernot Voltz alias Herr Heuser da so von sich gibt.

Am Montagabend gastierte der Künstler mit seinem Programm „Herr Heuser vom Finanzamt: Versteuerst du noch oder lebst du schon“ im Kulturzentrum Komm in der Pleußmühle in Düren. Rund 50 Besucher zeigten großes Interesse am Finanzgebaren auf offener Bühne. Heuser schlich gedanklich durch die Gänge einer unbeliebten Behörde und wühlte sich durch furztrockene Aktenberge.

Hoeneß und seine Steuerschulden, besaß er doch 400 Millionen Euro, von denen keiner weiß, wo sie herkamen. Heuser: „Als tatsächlich angemessene Strafe sollte Uli Hoeneß als Präsident von Alemannia Aachen arbeiten, und zwar so lange, bis die die Champions League erreicht haben.“

Immer so dick

Immer wieder driftete der Behütete ab, kam auf den rheinischen Karneval und den scharfen politischen Witz zu sprechen. Etwa: „Steht Gabriel vor einer Schule, kommt eine Lehrerin und fragt: Erwarten sie ein Kind? Daraufhin Gabriel: Nein, ich bin immer so dick.“

Ein Beamter, der auch am Wochenende arbeitet, ist ein Siebenschläfer, stirbt er, dann wird er umgebettet.

Viagra darf ein Beamter nicht nehmen. Heuser: „Dann stehen zwei dumm rum.“ In diesem Zusammenhang stellte der Oberamtsrat die Frage in den Raum, ob die Brustvergrößerung einer Frau von ihrem Mann als Anbau für den Eigenbedarf deklariert werden darf und ob dem Steuerbevollmächtigten dann ein Foto reichen sollte oder ob er die Situation vor Ort erfassen müsse.

Keiner der Anwesenden stellte nach diesen Ausführungen mehr in Frage, dass das ausgefuchste deutsche Steuersystem als Weltkulturerbe bei der Unesco Berücksichtigung finden solle. Und bei ihrer nächsten Steuererklärung werden die Besucher auf jeden Fall an diesen heiteren Abend zurückdenken.

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