Kabarettist Bill Mockridge im Haus der Stadt

Von: niko
Letzte Aktualisierung:
bill14_bu
Im Haus der Stadt beweist Bill Mockridge eindrucksvoll, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Foto: niko

Düren. Schwerhörigkeit, Vergesslichkeit und die Unfähigkeit, Zwieback zu Essen, ohne ihn vorher in Tee zu tunken, sind untrügerische Anzeichen fortschreitenden Alters. „Wer hat von euch Rost mitgebracht”, begrüßt Entertainer Bill Mockridge seine Gäste im vollbesetzten Haus der Stadt.

„Rostig, rostig trallarallala” ist sein neuestes „50 plus”-Programm. Gut zweieinhalb Stunden lang feuerte der Kabarettist und Gründer des Improvisationstheaters „Springmaus” Späße ab, die so manche Lachträne erzeugten.

Frei nach dem Motto: „Lachen ist die beste Medizin, dem Alter die Zähne zu zeigen - auch wenn es die Dritten sind.” Mockridge ist der händeschüttelnde Botschafter des Frohmuts, der mit geschmeidigem Hüftschwung und szenischen Talent bewies, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Im hüfthoch gehaltenen Spiegel des altersmilden Humors reflektiert der 60-Jährige selbstironisch und charmant seine Alltagserlebnisse.

Ja, auch bei Mockridge kann man die Spuren schon sehen. So in der Post. Da werden im für Brillen - herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag - schon 60 Prozent Rabatt eingeräumt. Ein anderer Anbieter will ihm den besten Grabstein der Welt schmackhaft machen.

„Die Werbung hat für uns Fünfziger schon skurrile Namen. Wir heißen „Best Ager” und ab 80 „Rest Ager”. Jeden Monat haben wir Senores und Senoritas 15 Milliarden Euro Taschengeld, die müssen ja ausgegebnen werden”, so der Bill weiter. Eigentlich träumt er nur davon, einmal einen 250 PS starken Treppenlift sein eigen zu nennen.

Männerfreundschaften und die anscheinend unüberwindbaren Diskrepanzen zwischen Frau und Mann und der Generationen waren die zentralen Aufhänger seiner Show. Mit Mimik und Gestik des Profischauspielers „Erich Schiller” aus der ARD-Serie „Lindenstraße” karikiert Mockridge immer wieder Gespräche zwischen ihm und seiner lieben Frau, tritt als Rappender 80er auf oder greift zwischendurch zur Gitarre und beweist sein musikalisches Talent.

Ob es um den Umgang mit Wechselgeld vor und nach der Hochzeit geht oder um die geschlechtsspezifischen Eigenarten beim Einkauf von Handtaschen und Heißklebepistolen; Mockridge bewahrt Haltung und bringt das Publikum jedes Mal zum Schmunzeln. Die Szenen haben für jeden hohen Widererkennungswert.

Natürlich gibt er auch den anwesenden Männern Ratschläge: „Redet mit euren Frauen! Redet über Taschen, Wechselgeld und sonst was - aber haltet dabei die Schnauze.” Es war ein wunderbarer Spaziergang der Gefühle mit einem unnachahmlichen Erzähler Bill Mockridge.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert