Junges Orchester verbindet Heavy Metal und Blasmusik

Von: Hannes Schmitz
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Zeigte sich von seiner besten Seite: Das Junge Orchester Kreuzau unter der Leitung von John Kikken wandelte auf ungewöhnlichen musikalischen Pfaden. Foto: Hannes Schmitz

Kreuzau. Das Junge Orchester Kreuzau unter der Leitung von John Kikken wandelte bei seinem Herbstkonzert auf ungewöhnlichen musikalischen Pfaden. In der ausverkauften Festhalle erklangen Töne, die man von einem Blasorchester nicht unbedingt erwartet.

Da erklang Heavy Metal in der Form der wunderschönen Ballade „Nothing else matters“ von der US-Band Metallica. Eine klasse Leistung des Orchesters, „Schwermetall“ und Blech miteinander zu verbinden. Musik kennt eben, wie jeder weiß, keine Grenzen.

Überhaupt war das Programm beim Herbstkonzert ein musikalisches Menü, bei dem für jeden etwas dabei war, und die Musiker auf der Bühne ihre Vielfältigkeit unter Beweis stellten. Typische Blasmusik, Swing, Rock und Pop, einige traumhafte Balladen, bunt wie die Blätter im Herbst war das Programm. Kurioses und Seriöses, Dramatisches und spielerische Leichtigkeit, die emotionalen Tonlagen der dritten Jahreszeit wurden erstklassig umgesetzt.

Vor der Pause waren es eher traditionelle Töne wie beim „Abel Tasman“-Marsch oder Gefühlvolles beim „Concerto D‘Amore“, Erinnerungen, Schmunzeln, Mitsummen beim „TV-Kultabend“, gleichsam nach der Frage „Erkennen Sie die Melodie“. Da „tobte“ Derrick in betulicher Form über die Leinwand, die Melodie des Aktuellen Sportstudios erklang, der Sound der Tagesschau oder der von „Wetten, dass..?“ Ein Medley bekannter „Fernsehlieder“ erklang aus neuen und alten Fernsehzeiten. Überhaupt war das Programm generationsübergreifend aufgestellt. „Das Schöne beim Jungen Orchester Kreuzau ist“, fasste Dirigent John Kikken zusammen, „bei unseren Konzerten sitzen Jung und Alt zusammen.“

Faszinierend, rasant: Das Junge Orchester Kreuzau interpretierte Szenen aus dem „Starlight Express“, das in diesem Jahr seinen 25. Musical-Geburtstag feiert. Grund genug für die Kreuzauer Musiker, noch einmal eine Stücke-Auswahl zu präsentieren, so wie man es 1991 erstmals getan hatte. Und so „dampften“ die verschiedensten Musikrichtungen über die Bühne, wurde ein musikalischer Bogen vom Rock‘n Roll über Blues bis zum Break Dance und zum Country gespannt.

Dirigent und Klangkörper gelang es eindrucksvoll, die den einzelnen Figuren zugeteilten individuellen Motive und charakteristische Stile zuzuordnen. Rock- und Blues Sounds für die draufgängerische Diesellok „Greaseball“, poppige Balladen für die verträumte Dampflok „Rusty“.

Und dann kam die Stunde der Gameboy-Fans. Das Orchester präsentierte „Super Mario Bros“, den bekannten Soundtrack zu einem Spiel, gestaltet vom japanischen Videospielkomponisten Koji Kondo. Ein gelungener Sprung in die Abenteuerwelt von Super Mario und seinem Bruder Luigi, ein musikalischer Abschnitt für Eingeweihte.

Eine andere musikalische Welt eröffnete sich mit der Pop Ballade „You raise me up“, die das Orchester nahe am Original interpretierte. Micky Maus kam zum Zuge in der Disney Fantasy, und lebensecht Joe Cocker mit seinen unvergesslichen Songs in einem toll gespielten Arrangement durch das Junge Orchester. Da erstarrte niemand. Auch als die Musiker „You can leave your hat on“, wahrscheinlich die beliebteste Striptease-Melodie überhaupt, intonierten. In der Festhalle zog sich niemand aus. Auch nicht, als das hervorragend aufspielende Junge Orchester mit dem Beatles Song „All you need iss love“ den Konzertabend beendete und stehende Ovationen empfing.

Zuvor hatten die Zuhörer auch die jüngsten Musiker mit starkem Applaus bedacht: Unter der Leitung von Ruth Kniprath hatten die Mitglieder des Jugendorchesters bewiesen, dass sich das JOK keine Sorgen um den Nachwuchs zu machen braucht.

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