Junge Pianisten eröffnen die Sommerkonzertsaison

Von: Bruno Elberfeld
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Sehr gute Leistungen boten zum Auftakt der Sommerkonzerte in St. Martin die Klavierschüler von Heribert Koch. Foto: Bruno Elberfeld

Langerwehe. Einen Hauch von Prüfung haben sie immer, und das muss auch offenbar so sein, die Konzerte von Kindern und Jugendlichen, die vor Gästen, meist Anverwandten, Freunden und Bekannten, im öffentlichen Raum zeigen müssen, was sie gelernt haben. Dieses „Schicksal“ teilten sieben Klavierschüler von Heribert Koch in der Alten Kirche St. Martin in Langerwehe.

Der unabhängige Beobachter, ob Laie oder Musikexperte, musste nach etwa 90 Minuten intensiver Klaviermusik feststellen: „Prüfungen von allen Teilnehmern bestanden“, sowohl – um es mal sportlich zu sagen – in der A- als auch in der B-Note. Angefangen beim achtjährigen Medin Vrabac, der Beethovens Rondo a-Moll, „Für Elise“, seinem Alter entsprechend gut interpretierte, bis hin zu Dimitrios Zisimou, der Schumanns „Blumenstück“ und den „Spanischen Tanz Nr. 5“ von Granados weich und zart, mit eindringlicher Empathie herüberbrachte, dazwischen aber den Flügel schweißtreibend mit Prokofjews „Sonate Nr. 7 B-Dur, dritter Satz“ bearbeitete, nahezu alles wurde geboten und wurde von den jungen Pianistinnen und Pianisten bewältigt.

Bewegt wurden die Gefühle bei Mendelssohns „Venezianischem Gondellied“, das Jasmin Bartz spielte. Liszts „Liebestraum“ interpretierte Steffi Nguyen, technisch und künstlerisch in Ordnung. Bewundernswert, mit welchem Repertoire Nguyen Sehnsucht, Schmerz und Freude deutete.

Fabian Werner brachte aus Beethovens „Sonate c-Moll“ den dritten Satz, zu Gehör, auch als Sturmsonate bekannt. Heribert Koch, der künstlerische Leiter des Konzerts, gab zu jedem Klavierstück Informationen. So habe die „Sturmsonate“, moderierte Koch, nur wenig mit Sturm zu tun. Die Gäste sollten nicht auf dramatische Winde horchen, sondern sich einfach an dem Werk Beethovens erfreuen. Milena Geraedts hatte die schwere Aufgabe übernommen, „Präludium und Fuge G-Dur“ von Johann Sebastian Bach, dem Urvater aller folgenden Musikepochen, und ein Stück aus der Romantik von Chopin, die „Etüde f-Moll“, zu präsentieren.

Koch wies auf Ähnlichkeiten im Werk von Bach und Chopin hin. Frederik Chopin habe sein Faible für den Altmeister keinesfalls geleugnet. Vor den eigenen Konzerten, erzählte Koch, habe Chopin sich mit Werken von Bach eingespielt. Mit Ludwig van Beethovens „Pathetique“, 1. Satz, und Rachmaninows „Prelude cis-Moll“ zeigte Jonathan Becker, was der Flügel klanglich noch hergeben kann. Gewaltige Akkorde und Tonfolgen rüttelten auf, das Pedal sorgte für langen Nachhall.

Höhepunkte waren – wie schon angedeutet – der „Blumenschmuck“ von Robert Schumann, der 3. Satz aus der Sonate Nr. 2, B-Dur von Prokofjew, nichts für empfindsame Nerven: Dynamik, Kampf, Gewalt pur. Nicht ohne Grund wird das Werk Prokofjews auch Kriegssonate genannt. Hintergrund sind die Gräuel im Zweiten Weltkrieg. Versöhnlich der Abschluss mit dem „Spanischen Tanz Nr. 5“ von Granados.

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