Düren - Junge Musiker verblüffen mit ihrer Klarheit

Junge Musiker verblüffen mit ihrer Klarheit

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Sie boten im Rahmen der Industriekonzerte einen Konzertabend, den man nicht so schnell vergessen wird: Johanna Buckard (Violine) und Christian Köhn (Klavier). Foto: Hannes Schmitz)

Düren. Ein erstaunliches Konzert boten Johanna Buckard (Violine) und Christian Köhn (Klavier) im Haus der Stadt. Schon im Vorfeld hatten sie im Rahmen der „WDR 3 - Open Auditions“ einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Vorschusslorbeeren, die die beiden Musiker im Rahmen des Konzertabends der Vereinigten Industrieverbände mehr als bestätigten.

Ein klassisches Programm hatten sie zusammen gestellt, das neugierig machte. Da „prallten“ Beethovens elegante Violinsonate opus 30.3 auf Francis Poulenc 4.Sonate für Violine und Klavier op.119 mit ihrem surrealistisch anmutenden Tongemälde und nach der Pause Claude Debussy‘s impressionistische Sonate für Klavier und Violine auf die leidenschaftlichen Brahms Sonate op. 108.

Ein Kontrastprogramm wurde geboten mit Hörerlebnissen voller emotionaler Wellenbewegungen, das in einer klangvollen Vorstellung voller Virtuosität und Brillanz aufging. Die Interpretationskunst der noch jungen Musiker war hervorragend, eine Klarheit und Eleganz war zu hören, die verblüffte und das Publikum zu Beifallsstürmen und Bravo-Rufen hinriss.

Hervorragende Spieltechnik und gestalterische Sensibilität zeichneten die Violinistin aus. Ihr Spiel war aufregend und gleichzeitig von subtiler Intensität. Sie ließ ihr Instrument „singen“ in sanften Momenten der Kompositionen oder „schroff“ erklingen, wenn es die Facetten des vorgetragenen Werkes erforderten. Sie schien alle Techniken auf ihrer Violine zu beherrschen, ließ den Bogen zauberhaft leicht und manchmal atemberaubend schnell über die Saiten „fliegen“, formte die Töne zu einem wahren Feuerwerk.

Souveräne Lockerheit

Es war ein Auftritt in souveräner Lockerheit voller Einfühlungsvermögen und Vielseitigkeit, mit einem Publikum, das nach jedem Stück lange mit dem Applaus zögerte, um noch die letzten Schwingungen zu empfinden und verhallen zu lassen und ihr aufs Feinste ausdifferenzierte Spiel nachwirken zu lassen, sei es von schmeichlerischer Art oder pathetisch aggressiver Kraft gewesen mit anspruchsvollen, dramatischen virtuosen Läufen.

Wenn eine Geigerin zum „Blickfang“ wird, könnte der Pianist in den Hintergrund treten. Es passierte aber nicht. Christian Köhn gab der Violine mit ihren zum Teil „wilden Passagen“ das stützende Fundament und betonte eindrucksvoll den Charakter des Flügels. Wenn eine Geige ihre Grenzen im Forte findet, kann das Klavier noch „zulegen“ und noch weitere expressive Variationen im Klang schaffen.

Einen „Wettstreit“ gab es auf der Bühne im ausverkauften Haus nicht. Vielmehr harmonierten sie exzellent im Zusammenspiel, das, so hatte man den Eindruck, nahezu „blind“ erfolgte. Nahezu perfekt schienen sie aufeinander abgestimmt zu sein. Ihr Vortrag hatte Struktur und war voller Dynamik. Musikalische Energie, die das Publikum flutete, das hellauf begeistert war.

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