Junge Big Band „Lucifer‘s Delicious“ serviert musikalische Häppchen

Von: Hannes Schmitz
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Starker Auftritt: die Big Band „Lucifer´s delicious“ im ehemaligen Fabrikgebäude Becker und Funck. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Ein abwechslungsreicher, gar spannender Abend war es mit der Bigband „Lucifer‘s Delicious“ im Mehrzwecksaal von Becker und Funck. Der Bandname versprach „Köstlichkeiten“, und die musikalischen Häppchen, die serviert wurde, waren tatsächlich äußerst schmackhaft.

Schon fast traditionell geriet der Auftakt mit Glenn Millers „In the mood“. Big Band Sound großer Güte deutete sich nicht nur an, sondern durchzog von Beginn an die Räumlichkeiten, die noch so gerade die Klangfülle dieser Formation aufnehmen konnte.

Eins wurde aber auch sehr schnell klar. Dem Musikschulalter ist die Band längst entwachsen und steht großartig schon auf eigenen Beinen. Unter der Leitung von Jürgen Martl, einem bekannten Kölner Leadtrompeter, entwickeln die noch jungen Musiker immer mehr einen unverwechselbaren Stil und ließ keinen Zweifel in musikalischer Hinsicht, dass die Jahre im Kulturinstitut an der Tivolistraße hervorragende „Lehrjahre“ waren, aber man nun dabei ist, die „Gesellenjahre“ zu nutzen, um schon bald die Meisterprüfung zu machen.

Jedenfalls ist die Handschrift des Dirigenten immer mehr zu spüren, die die Entwicklung der Band kontinuierlich fördert. Ein Klangkörper wie aus einem Guss präsentierte sich im Saal, der reichhaltige Spannungsbögen zwischen fast lyrisch anmutenden Titel und fetziger Musik spannte, ohne zu überdehnen.

Der Sound blieb hörbar, der Orchesterleiter dirigierte zwar mit lockerer Hand , aber durchaus stringent. Da sprühten musikalische Funken, wenn die Musiker voller Enthusiasmus aufspielten, mit Leib und Seele dabei waren. Da wurden die glänzenden Soloeinlagen nicht nur vom Publikum bejubelt, sondern auch von der Band selbst, sobald die Musiker die Hände frei hatten. Eine Musikgruppe, die das „Wir-Gefühl“ förmlich ausstrahlte.

Warme, seelenvolle, geradezu lyrische dann wieder rockige Saxofonklänge, brillierende Trompeten, bestechende Posaunen sowie eine starke Rhythmusgruppe, die das Gerüst für außergewöhnliche musikalische Darbietungen bot, die auch bei Solonummern überzeugte.

Ein satter Sound voller instrumentaler Virtuosität mit ausgeklügelt angelegten Arrangements und Interpretationen zog durch das ehemalige Fabrikgebäude, mal schmelzend und swingend, dann wieder groovy, bluesig, rockig oder bewegungsreich in Latin-Samba-Gefilden. Das Repertoire von „Lucifer‘s delicious“ umfasste ein breites Spektrum und die Formation präsentierte Bigband-Musik mit all ihren Facetten und verschiedenen Genres erstklassig, wobei der Weg zu einem noch höheren Niveau frei von Barrieren zu sein scheint.

Es war ein Abend voller heißer Rhythmen und sprühender Musik, die bestens dazu geeignet war, einen möglichen November-Blues im trüben und nassen Wetter zu vertreiben.

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