Jugendtraum erfüllt: Vossenacker Prinze(ssine)npaar sein

Von: Burkhard Giesen
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Erfüllten sich als Prinzenpaar von Vossenack einen Traum: Tanja (links) und Andrea Hages, die sich beide seit Jahren im Vossenacker Karneval engagieren. Foto: Burkhard Giesen
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Erfüllten sich als Prinzenpaar von Vossenack einen Traum: Tanja (links) und Andrea Hages, die sich beide seit Jahren im Vossenacker Karneval engagieren. Foto: Burkhard Giesen

Vossenack. Tanja Hages gibt gerne zu, dass sie einen Hang zu Traditionen hat. Wer davon träumt, Karnevalsprinz zu sein, darf auch altmodisch sein. „Ich wollte traditionell im Ornat feiern“, sagt sie. Das Mitglied der KG „Els-Spechte“ Vossenack hat sich als Prinz Karneval Tanja I. einen Jugendtraum erfüllt – gemeinsam mit Lebenspartnerin Andrea Hages, 1. Präsidentin der KG.

„Ich bin seit meinen achten Lebensjahr im Karneval aktiv und wollte schon immer Prinzessin sein und in einer Session das Sagen über die Jecken haben“, erzählt Andrea Hages. Also auch ein Jugendtraum, den sich beide in der abgelaufenen Session erfüllt haben.

Knapp 20 Auftritte hat das Paar absolviert, von der Proklamation bis zur Schlüsselübergabe durch den Bürgermeister, vom Karnevalszug über Sitzungen bis zu Gastspielen bei befreundeten Gesellschaften. „Wir wussten von Anfang an, dass wir immer mit der Unterstützung unserer KG rechnen konnten. Trotzdem hatten wir ein bisschen Muffensausen vor der Proklamation“, erinnert sich Tanja Hages. Unberechtigt, wie sich schnell gezeigt hat. Kritische Reaktionen? Es gab nicht eine davon. Im Gegenteil.

Die Vossenacker Narren haben sich mit ihrem Prinze(ssine)npaar gefreut. Und zwar durchgängig. „In Vossenack gibt es immer eine Dorfsitzung. Das ist wie eine Wohnzimmersitzung, wo Kräfte aus dem Dorf und für das Dorf für Jung und Alt Karneval auf die Bühne bringen und man einfach Spaß hat“, erzählen die beiden karnevalsbegeisterten Frauen, die auf dieser Sitzung mit ebenso offenen Armen empfangen worden sind, wie sie bei anderen Terminen von den Ehrensenatoren unterstützt wurden. „Und das, obwohl die doch oft einer ganz anderen Generation angehören“, sagt Tanja Hages.

Dabei hätten sie es wissen müssen: Seit Jahren engagieren sich beide Frauen, die seit 2006 miteinander verheiratet sind, in der KG, organisieren Veranstaltungen, kümmern sich um die Jugendarbeit, kurz: sie packen gemeinsam mit an. „Wir mussten uns im Verein nie erklären. Es ist einfach so, dass wir ein Paar sind und es ist akzeptiert. Es hat uns auch niemand vorgeschrieben, wie wir als Prinzenpaar auftreten sollten, dass konnten wir alles selbst entscheiden“, sagt Andrea Hages.

Dankbar sind Andrea Hages und Tanja Hages auch noch für eine andere Erfahrung: „Als Tollität konnten wir den Karneval aus einer anderen Perspektive erleben, hatten weniger Arbeit im Verein und konnten wirklich feiern“, erzählt Tanja Janser.

Das haben beide genossen: „Am Rosenmontag auf dem Wagen zu stehen, dass muss man einfach mal erlebt haben“, schwärmen sie auch noch Tage nach dem Umzug durch den Ort.

Natürlich gab es auch Situationen, in denen sich Andrea Hages und Tanja Hages erklären mussten. So ist es ein paar mal passiert, dass der dekorative Schriftzug Prinz Tanja und Prinzessin Andrea um ein „s“ ergänzt wurde, damit Tanja und der vermeintliche Andreas wie gewohnt passten.

Eine Situation, die dem Paar auch aus dem Alltag geläufig ist. „In vielen Formularen, die man ausfüllen soll, fehlt auch heute noch der Begriff der Lebenspartnerschaft“, ärgert sich Andrea Hages. Ebenso werde sie auch schon mal gefragt, ob die Partnerin die Schwester oder die Frau ihres Bruders sei.

Damit gehen beide entspannt um: „Die meisten Menschen akzeptieren das. Und wenn nicht, ist uns das egal. Wichtig ist, dass wir glücklich sind“, zeigt sich Andrea Hages kompromisslos. Die positive Erfahrung aus der Session 16/17 dürfte das Vossenacker Prinzenpaar darin bestärkt haben – und was passt besser, als diese Erfahrung ausgerechnet in ihrem elften Ehejahr sammeln zu dürfen?

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