Jugendstilkraftwerk: Unscheinbar und lautlos, aber enorm wichtig

Von: GUDRUN KLINKHAMMER
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Das Jugendstilkraftwerk ist bekannt, aber ohne das Wasserschloss und das Schieberhaus im Wald, würde dort nichts funktionieren. Foto: gkli

Heimbach. Zu hören ist weit und breit nichts. Vielleicht ein wenig Vogelgezwitscher, aber das ist auch schon alles. Ebenso unscheinbar wie lautlos liegt das Wasserschloss da. Mitten im Wald, hoch im Berg, kaum zu finden.

Rund 50 Meter tiefer liegt am gleichen Hang des Berges Kermeter das Schieberhaus. Dafür gilt dasselbe wie für das Wasserschloss: Unscheinbar, lautlos, gut zu übersehen. Hubert Breuer, Leiter des RWE-Jugendstilkraftwerks in Heimbach, weiß die beiden unscheinbaren Kleinbauten jedoch zu schätzen. Er sagt: „Ohne die funktioniert hier gar nichts.“

Denn dem sogenannten Wasserschloss und dem Schieberhäuschen liegt das bildschöne Jugendstilkraftwerk zu Füßen, unmittelbar am Ufer der Rur. Das kirchenähnliche, architektonisch hinreißende Jugendstilkraftwerk steht immer wieder im Fokus der Betrachter, doch auch die beiden dazugehörigen Kleinbauten im Berghang lohnen einen Blick.

Das Wasser, mit welchem das Jugendstilkraftwerk gespeist wird, stammt aus dem Urftsee. Durch einen 2748 Meter langen Schacht wird das Wasser unter dem Berg hindurchgeführt. Unmittelbar unter dem Wasserschloss existiert ein 60 Meter tiefer Schacht, mit etwa zehn bis 15 Metern Durchmesser. An dieser Stelle kann mit der jetzt 109 Jahre alten Technik der Zufluss des Wassers komplett gestoppt werden.

Diese Maßnahme wird zum Beispiel notwendig, wenn Reparaturen an den beiden Druckleitungen notwendig werden, die zwischen Schieberhaus und Kraftwerk verlaufen. Alternativ bietet der Schacht für das Wasser gelegentlich auch eine kontrollierte Ausweichmöglichkeit. Muss der Zufluss im Tal plötzlich gesperrt werden, dann können die Wogen im Schacht unter dem Wasserschloss hochpegeln, gegebenenfalls auch überlaufen. Die Technik im Schieberhaus dient, wie der Name schon sagt, zur Schließung und Öffnung der Schieber am Eingang der beiden Druckrohre. Breuer: „Alle 25 bis 30 Jahre werden der Stollen und die Schächte gründlich kontrolliert. Dazu wird die Talsperre komplett entleert. Der Stollen wird dann auch begangen.“

Zuletzt fand diese Begehung 1997 statt. Mindestens einmal pro Monat kontrollieren die Mitarbeiter Schieberhaus und Wasserschloss. Während die Elektrotechnik in den beiden Kleingebäuden alle 30 bis 40 Jahre erneuert wird, handelt es sich bei der museal wirkenden, aber völlig intakten Maschinentechnik überwiegend um die Bestände der Anfangsjahre.

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