Jugendmeister der Kaninchenzüchter: Finns Liebling Felix überzeugt die Preisrichter

Von: Jörg Abels
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Finns Lieblingskaninchen Felix sieht nicht nur toll aus, sondern kann auch auf Kommando Männchen machen. Foto: Jörg Abels
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Finns Lieblingskaninchen Felix sieht nicht nur toll aus, sondern kann auch auf Kommando Männchen machen.

Schlich. Am liebsten kuscheln sie mit ihren Tierchen. Darin unterscheiden sich Finn und Lena Schumacher nicht von tausenden anderen Kindern, die Kaninchen lieben. Manchmal fahren sie mit ihnen sogar im Kinderwagen und in der Schubkarre durch den Garten.

Aber der spielerische Umgang mit den Nagern steht nicht an erster Stelle. „Auf die richtige Pflege kommt es an“, erklärt die Zehnjährige. „Die Krallen müssen regelmäßig geschnitten und das Fell muss immer wieder gebürstet werden. Auch die Zähne müssen in Ordnung sein und das Gewicht muss stimmen.“

Lena weiß, wovon sie spricht. Seit wenigen Tagen darf sie sich mit ihrem fünfjährigen Bruder Deutscher Jugendmeister der Kaninchenzüchter nennen. Die Farbenzwerge der beiden – das sind Tierchen mit einem Gewicht zwischen 1,1 und 1,35 Kilogramm – überzeugten die Preisrichter bei der Bundesschau in Karlsruhe auf Anhieb. Mit ihren deilenaarfarbigen landeten sie auf dem ersten Platz, mit den weißgrannenfarbigen Farbenzwergen zudem noch auf dem Vize-Rang. Dass der sprichwörtliche Apfel nicht weit vom Stamm fällt, hat sich damit auch im Hause Schumacher einmal mehr bewahrheitet. Denn Vater Christoph ist mit rund 300 Tieren aus zehn Rassen nicht nur einer der größten Kanichenzüchter der Republik. Er kann seinerseits auch auf zahlreiche Zuchterfolge verweisen.

Der 38-Jährige, der seit 25 Jahren sein Herz an Kaninchen verloren hat, war bereits mehrfach Deutscher Meister und stellte schon Europachampions. Diesmal aber hatten seine Kinder die Nase vorne. Die warteten zu Hause gespannt auf die Bewertung der Preisrichter im fernen Karlsruhe. Als Vater Christoph schließlich anrief und die tolle Nachricht übermittelte, kannte die Freude keine Grenzen. „Finn ist jubelnd durchs ganze Haus gesprungen“, erzählt seine Schwester.

Der ganze Tagesablauf im Hause Schumacher wird von den possierlichen Tierchen bestimmt. Kein Wunder also, dass die Begeisterung vom Vater auf die Kinder überschwappte. Jetzt, im Winter, übernimmt zwar Vater Christoph einen Großteil der Arbeit in den Ställen und bei der Pflege. Aber wenn es wieder wärmer wird, müssen die beiden jungen Nachwuchszüchter selber ran. Dann heißt es bürsten, Krallen schneiden, Gewicht kontrollieren, aber auch die Länge der Ohren. Alles muss dem vorgegebenen Rasse-Standard möglichst nahe kommen. Nur die schönsten Tiere haben eine Chance, die übrigen geben die Schumachers ab.

Die beiden nur auf dem Papier als Zuchtgemeinschaft anzugeben, kommt für Christoph Schumacher nicht in Frage, auch wenn er noch über die Zucht im eigentlichen Wortsinn entscheidet. „Dazu braucht es schon eine gehörige Portion Erfahrung“, betont der Vater.

Ein Buch geschrieben

Einfach zwei Kaninchen auf gut Glück zusammensetzen und dann hoffen, dass gut aussehende Jungtiere dabei herauskommen, funktioniere nicht, erklärt er weiter. Und Erfahrung hat Christoph Schumacher reichlich. Auch ein Buch „Rassekaninchen züchten“ hat er bereits geschrieben.

Als es aber darum ging, die vier Kaninchen auszusuchen, die zur Bundesschau fahren sollten, hatte der Vater nicht das letzte Wort. „Mein Lieblingskaninchen musste auf jeden Fall mit“, erzählt der kleine Finn. Zwar ist Felix nicht das schönste Kaninchen seiner Rasse aus Schumachers Züchtung, aber eines, das wunderschön Männchen machen kann und damit wohl auch die Preisrichter überzeugte, berichtet Christoph Schumacher. Mit einer derart hohen Punktzahl für Felix hätte er gar nicht gerechnet. Viel Zeit, sich auf den Meisterlorbeeren auszuruhen, haben Finn, Lena und Christoph Schumacher indes nicht. Schon am kommenden Wochenende steht die Landesschau in Rheinberg auf dem Programm. Wieder müssen sie die aktuell besten Farbenzwerge suchen. Das müssen nicht unbedingt die Bundessieger sein, erklärt Christoph Schumacher. Nach den Strapazen der Fahrt verliert das eine oder andere Kaninchen schon mal sein Idealgewicht und „muss wieder aufgepäppelt werden“, erklärt Lena, die mit ihrem Bruder Finn jetzt natürlich Lunte gerochen hat und auf weitere Erfolge hofft.

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