Jugendliche üben Kritik, aber loben Düren auch

Von: niko
Letzte Aktualisierung:
mobil-talk_bu
Ren Hoehse, Angelika Schmitz, Sabrina Hilger, Christian Blöhm, Felix Heiser und Olaf Schuldt (von links) fordern auf ihrem Foto mehr Chancen, Toleranz und Zukunft. Foto: niko

Düren. „Lebst du nur in Düren oder tust Du auch etwas dafür?”, „Wohin sollen wir am Wochenende gehen?” oder „Schon mal mit uns geredet?” sind nur drei von insgesamt neun mutigen Botschaften von Jugendlichen, die demnächst Überlebensgroß plakativ in den Stadtteilen Dürens zu sehen sind.

„Wie ist Düren als Stadt für Jugendliche, kann was geändert werden, ist etwas gut in Düren und welche Verbesserungsvorschläge habt ihr”, so lauteten die gezielten Fragen an die Jugendlichen.

„Wir haben viel diskutiert und Interviews geführt, und dabei sind die Botschaften an unsere Politiker entstanden”, erzählt Sabine Kieven vom Jugendamt der Stadt Düren über ihre Erfahrungen aus dem Projekt „Mobiltalk - Misch Dich ein” Von Oktober bis Dezember war die Mobile Jugendarbeit auf Tour in den Stadtteilen und Jugendtreffs. Am Wochenende stellten sich im Komm Bürgermeister Paul Larue, Karl Albert Eßer (CDU) und Bruno Voß (Grüne) den Fragen der Jugendlichen.

„Wir engagieren uns aus Langeweile in unserem Jugendheim, machen Billardturniere, helfen beim Umbauen und doch kriegen wir keine Jobs. Keiner braucht uns, und zu allem Überfluss hört man Sprüche wie Die Jugend von heute, die tun nichts und baut nur Mist” ist Felix Heiser enttäuscht von der Situation. Seit der 8. Klasse schreibt er Bewerbungen, nach drei Jahren hat es mit einer Lehrstelle endlich geklappt.

Sozialpädagogin, Kaufmann, Gärtner, Karosseriebauer und Berufskraftfahrer sind die Berufswünsche seiner Freunde. „Eigentlich sollte unser erster Titel Düren lässt uns im Regen stehen heißen, dann haben wir uns für Chancen? Toleranz? Zukunft? - Was gebt ihr uns? entschieden”, ergänzt Sabrina Hilgers.

„Für uns ist immer kein Geld da, dabei sind wir doch die Zukunft oder? Nicht auf die schiefe Bahn geraten, weg von der Straße eine klare Zukunft und kein Stress”, ergänzen Nadine Weitz (16), Meryen Topucv (15), Gina Oberstein (16) aus Düren. Ihre Botschaft lautet: „Nur gemeinsam bewegen wir was”.

„Die Leute halten uns für asoziales Pack und geben uns zu verstehen, dass wir ein Schandfleck sind, wenn wir im Park aus Langeweile rumsitzen, weil in Düren nichts los ist, und wir gelegentlich auch etwas trinken”, sagt Samuel Rürup und erzählt weiter, „dabei gibt es wirklich üble Viertel mit großen Drogenproblemen in der Stadt. Da sollte man mal aufräumen. Wir machen unsere Schule, arbeiten und machen Abitur und wollen nur in Ruhe rumhängen”.

„Viele haben aber auch gesagt, dass Düren eine tolle kleine Stadt mit Flair ist, wo man immer nette Leute trifft”, ist Sabine Kieven froh, das die Jugendlichen mit den Plakaten jetzt mutig ihre Meinung sagen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert