Jugendamt hat strenge Regeln für Tagesmütter

Von: ptj
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Angebot und Nachfrage: Verena
Angebot und Nachfrage: Verena Kappertz vom Kreisjugendamt (r.) sucht dringend Tagespflegepersonen, Mirela Richter hat freie Plätze. Foto: Jagodzinska

Kreis Düren. „Das Kindeswohl steht immer vorne an”, betonte Verena Kappertz, Teamleiterin beim Kreisjugendamt für den Bereich Kindertagesbetreuung. Thema der Informationsveranstaltung im „Familienzentrum Arche und Römerpark” in Aldenhoven waren Aufgaben und Voraussetzungen für die Kindertagespflege, denn: „Wir suchen dringend Tagesmütter oder -väter”.

Dabei wird unterschieden zwischen einer Kinderfrau, die Kinder als Angestellte im Haushalt der Personensorgeberechtigten (Eltern) betreut und dafür nicht der Erlaubnis des Jugendamtes bedarf. Die Tagespflegeperson (Tagesmutter) hingegen betreut Kinder im eigenen Haushalt, der vom Jugendamt nach Anträgen und Eignungsgesprächen ausgewählt wurde. Sie braucht die amtliche Erlaubnis, wenn sie mehr als 15 Stunden wöchentlich, länger als drei Monate und gegen Entgelt betreut.

Voraussetzungen sind neben dem Mindestalter von 18 Jahren und dem Hauptschulabschluss eine in 160 Ausbildungsstunden erlangte pädagogische Qualifizierung zuzüglich eines Erste-Hilfe-Kurses für Säuglinge und Kleinkinder. Ferner sind ein erweitertes Gesundheitszeugnis und ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis aller im Betreuungshaushalt lebender Erwachsener vonnöten.

Vor allem solange, bis ab August 2013 der Rechtsanspruch eines Kindes auf einen Betreuungsplatz schon ab seinem ersten Geburtstag gilt (bisher ab dem dritten Geburtstag). Die Kindertagespflege hat die Aufgabe, „die Familie bei der Bildung, Erziehung und Betreuung des Kindes zu unterstützen und zu ergänzen und seine Entwicklung hin zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu fördern”.

Hausbesuche des Jugendamtes

Zu den weiteren strengen Regelungen zählen auch unangekündigte Hausbesuche des Jugendamtes, denn: „Zum Schutz der Kinder ist der Schutz der Wohnung aufgehoben. So kann man sich sicher sein: Wenn wir vor Ort sind, ist alles in Ordnung”, klärte Kappertz auf. Konkretes Beispiel einer Tagesmutter mit freien Plätzen ist die 25-jährige Mirela Richter mit Haus und Garten in Niedermerz, die ihre Ausbildung im Katholischen Forum für Erwachsenenbildung fast abgeschlossen hat. Ihre Töchter sind sechs, fünf und drei Jahre alt.

Ab sofort darf die junge Mutter drei Tageskinder aufnehmen, nach beendeter Ausbildung sogar fünf. Dies sei nach Bekunden der Referentin eine Frage der Eignung. „Die Tageskinder sollten nicht älter sein als die eigenen”, hat Richter während ihrer Ausbildung gelernt. Kappertz hingegen kennt das Hauptbetreuungsproblem: „Nacht- und Wochenendzeiten sind oft das Schwierigste - und die Tagespflege geht bis zum 14. Lebensjahr.”

Das Kreisjugendamt fördert jede betreute Stunde mit vier Euro pro Kind, „aufgeteilt in Anerkennung pädagogischer Leistung und Betriebskosten”. Ferner zahlt das Amt jeweils die Hälfte der Berufsgenossenschaft, Kranken- und Rentenversicherung. Bei der ersten Vermittlung einer Tagespflege trägt sie zudem die Hälfte der Ausbildungskosten.
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