Jugendämter: Wie lange Kitas ab August öffnen, wird jetzt analysiert

Von: Carsten Rose
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Mit Kita-Zeiten beschäftigt: Thomas Floßdorf und Ansgar Kieven (r.). Foto: ja/cro
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Ansgar Kieven, Leiter Jugendamt Düren Foto: ja/cro

Kreis Düren. Kita-Öffnungszeiten sind überwiegend nicht an den Arbeitsalltag der Eltern angepasst. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor, bei der 63 Prozent der Befragten angaben, das Angebot richte sich nicht nach ihrem Bedarf. Was sagen die Jugendämter in Stadt und Kreis Düren? Und welche Rolle spielen Tagesmütter?

Ansgar Kieven, Leiter des Jugendamtes der Stadt Düren, betont, dass die Nachfrage nach geänderten Öffnungszeiten der Kindertagesstätten tendenziell steige – sowohl nach einem früheren Beginn als auch nach längerer Betreuung. Zehn Kitas liegen in städtischer Hand, die zwischen 7.15 und 7.30 Uhr öffnen. Alle bieten die Betreuung bis mindestens 16.30 Uhr (außer freitags) an; zwei schließen offiziell um 16.45 Uhr.

Wie die Öffnungszeiten ab August aussehen, werde in den kommenden Wochen erörtert. „Das Stichwort Schichtdienst wird ein Thema sein“, sagt Kieven. Bis zum 15. Februar wird der Bedarf aller Kitas analysiert, voraus geht eine Befragung der Eltern im Einzugsgebiet. Aus den Antworten einer frühern Befragung ergibt sich zum Beispiel, dass vier der städtischen Kitas momentan zwischen 12.30 und 14 Uhr geschlossen sind. Am 8. März wird der Bedarfsplan verabschiedet und dem Land NRW eine Woche darauf gemeldet.

Das Jugendamt des Kreises Düren kümmert sich um 106 Kitas in öffentlicher oder freier Trägerschaft. 17 davon bieten eine Betreuung über 16.30 Uhr hinaus an. Das Amt teilt überdies mit, dass Betreuungszeiten in den Abendstunden nur in Einzelfällen nachgefragt würden. Für Eltern, die im Schichtdienst arbeiten, stehen die 17 Kitas mit verlängerten Öffnungszeiten und „Tagespflegepersonen mit Randzeitenbetreuung“ bereit.

Zusätzlich zum Kita-Angebot arbeiten die Jugendämter mit privaten Tagesmüttern zusammen. Für 2017 kann das Dürener Jugendamt bislang auf 47 zurückgreifen; zusammen bieten sie 168 Plätze an. Im vergangenen Jahr waren es 53 Tagesmütter, die 191 Plätze angeboten haben. „Es werden wohl noch weitere Tagesmütter für 2017 dazukommen“, sagte Petra Ruthardt vom Dürener Jugendamt, die auch erklärt, dass einige Kinder in den Randzeiten ab 6 Uhr oder bis 19.30 Uhr betreut würden. Ein Kindergarten biete eine Betreuung ab 6 Uhr durch eine Tagesmutter an. Nachts würden zurzeit keine Kinder in der Tagespflege betreut.

Ruthardt weiter: „Die Nachfrage von Eltern, die eine Öffnung zu Randzeiten aus beruflichen Gründen benötigen, ist höher als das Angebot.“ Es komme zudem vor, dass Eltern nach Kita oder nach Schule eine Tagesmutter in Anspruch nehmen. Ruthardt: „Hier besteht das Problem der Abholung aus der Kita. Die Tagesmutter muss mit allen Kindern das Kindergartenkind abholen.“ Das bedeutet einen hohen Aufwand für Tagesmütter, die meist eine Pflegeerlaubnis für acht Kinder haben, wobei nur fünf gleichzeitig anwesend sein dürfen.

129 Tagesmütter stehen dem Kreisjugendamt zur Verfügung, die Stand jetzt 338 Plätze anbieten (2015: 338, 2016: 311). Wie die Behörde mitteilt, würden Eltern ebenfalls nur in Einzelfällen nachfragen, ob eine Tagesmutter Kinder bis weit nach der regulären Kita-Öffnungszeit betreuen könnte. Eine dezidierte Statistik, wie lange Tagesmütter betreuen, liege nicht vor. 274 Eltern im Kreis nehmen jedoch eine Tagespflege in Anspruch.

Im Krankenhaus Düren hat die Kita „Klinik Pänz“ von 5.45 bis 20.15 Uhr geöffnet. 45 Plätze stehen Kindern der dortigen oder LVR-Klinik-Mitarbeiter zur Verfügung, fünf werden vom Jugendamt zugeteilt. Auf Anfrage heißt es: Ab 5.45 Uhr seien fünf bis acht Kinder da, von 7.30 bis 16 Uhr in der Regel alle. Die meisten Kinder in der langen Betreuungsform (45 Wochenstunden) werden bis spätestens 17.30 Uhr abgeholt, seltener um 18 Uhr.

Eine Betreuung bis 20.15 Uhr wird nur vereinzelt benötigt, in Absprache aber immer ermöglicht. Auch wenn die späte Öffnungszeit im Gegensatz zu der frühen nicht so rege genutzt werde, möchte das Krankenhaus Düren das Angebot in Gänze aufrechterhalten. Um eine bessere Auslastung der Randzeiten zu erreichen, sei man für „Kooperationen mit anderen Arbeitgebern offen“.

Thomas Floßdorf, Dürens CDU-Chef und Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, erklärte, dass ein Ausbau des Kita-Angebots für ihn wichtiger sei als eine Kita-Beitragsfreiheit in der Kernbetreuungszeit, wie die Bundes-SPD fordert. „Vom Gefühl her würde ich sagen, dass der Bedarf an längeren Öffnungszeiten hoch ist. Bei den herkömmlichen Zeiten sind wir in Düren gut aufgestellt.“ Das Tagesmutter-Angebot sollte man, wenn möglich, ausbauen.

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