„Jugend forscht“: Schüler untersuchen Algenzellen

Von: Annika Kasties
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Selina Bahlert (l.) und Lina Ludwigs nehmen mit ihrem Versuch an der Zellmembran von Grünalgen an dem bundesweiten Wettbewerb „Jugend forscht“ teil. Foto: Annika Kasties, stock/Science Photo Library

Düren. Vorsichtig beträufelt Selina Bahlert die etwa sechs Zentimeter lange Zelle mit einer klaren Flüssigkeit. Tropfen für Tropfen wird die Zelle in künstliches Teichwasser gehüllt. Die kleinste lebende Einheit der Grünalge – Chara corallina genannt – soll sich möglichst wohl fühlen in der sterilen Umgebung, die von Glasfläschchen und Kabeln geprägt ist. Schließlich haben die 16-Jährige und ihre Freundin Lina Ludwigs noch Großes mit ihr vor.

Die Schülerinnen des Dürener Gymnasiums am Wirbeltor (GaW) untersuchen, wie sich bestimmte Stoffe der Eibe auf die Zellmembran der Grünalge auswirken. Es handelt sich dabei nicht um einen x-beliebigen Versuch aus einem Schulbuch. Im Gegenteil: „Diese Messungen sind noch nie gemacht worden“, erklärt Dr. Hinrich Lühring, Leiter der Arbeitsgemeinschaft (AG) Membranphysiologie am GaW. Und nicht nur das: Die Ergebnisse der Schülerinnen könnten vielleicht sogar einen wichtigen Beitrag in der Krebsforschung leisten.

Krebsforschung hin oder her, eines können sich Selina und Lina jetzt schon auf die Fahne schreiben: Sie nehmen mit ihrem Versuch am bundesweiten Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“ teil. Die schriftliche Ausarbeitung ihres Projekts haben sie bereits eingereicht. Im Februar werden sie es beim Regionalwettbewerb einer Jury vorstellen. Dann entscheidet sich, ob sie es mit der Chara corallina sogar bis in den Landes- oder sogar Bundeswettbewerb schaffen.

Was den beiden Schülerinnen der 11. Klasse noch bevorsteht, haben Annalena Heinen und Felix Croé bereits hinter sich. Vor zwei Jahren belegten sie mit ihrem Versuch bei „Jugend forscht“ den zweiten Platz in Nordrhein-Westfalen. Treibende Kraft war auch damals ihr AG-Leiter Hinrich Lühring.

Dass die Naturwissenschaften am GaW eine wichtige Säule darstellen, wird bei der Veranstaltung „Jugend forscht am GaW“ deutlich. Mit Vorträgen und Versuchen stellten dort sieben Schüler ihr Faible für die Biologie, Chemie und/oder Physik unter Beweis. „Was die Schüler hier leisten, befindet sich auf einem wirklich sehr hohen wissenschaftlichen Niveau“, betont Claudia Fülling, Schulleiterin des GaW, nicht ohne Stolz.

Grundbaustein des Lebens

Doch was bringt junge Menschen dazu, freiwillig mit Begriffen wie „Agar“, „Aktionspotenzial“ und „Depolarisation“ zu jonglieren und einen Großteil ihrer Freizeit der Forschung zu opfern? Für die 17-jährige Lina ist die Antwort eindeutig: „Wenn einen einmal die Faszination für Naturwissenschaften gepackt hat, ist es ganz schwer, da wieder rauszukommen.“ Auch anderthalb Jahre nachdem sie und Selina ihr Projekt begannen, hat ihre Begeisterung für das Thema Zellen nicht nachgelassen. „Zellen sind der Grundbaustein unseres Lebens. Dass wir überhaupt atmen können, haben wir diesen kleinen Dingern zu verdanken – das fasziniert mich“, betont die 17-jährige Schülerin.

Dass sie mit ihrem Projekt selbst einen Beitrag zur Forschung leisten können, ist für Selina und Lina besonders motivierend. „Es ist etwas komplett anderes als Schule“, sagt Lina. „In der Schule wird einem Wissen von anderen vermittelt. Jetzt haben wir die Möglichkeit, uns selbst etwas anzueignen und Wissen zu vermehren.“

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